Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führ... / cc) Nicht nur gelegentliches Aufsuchen des Mittelpunkts der Lebensinteressen
 

Rz. 52

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Fahrten zwischen der nicht der ersten Tätigkeitsstätte nächstliegenden Wohnung am Mittelpunkt der Lebensinteressen (> Rz 45–51) sind nur begünstigt, wenn sie der ArbN nicht nur ‚gelegentlich‘ aufsucht (§ 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 6 EStG). Diese Regelung trifft vor allem verheiratete oder verpartnerte ArbN, deren doppelte Haushaltsführung aus privatem Anlass begründet worden ist oder deren berufliche Veranlassung nach einigen Jahren weggefallen ist und die den Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen am Wohnort des Ehegatten/Lebenspartner haben (> Rz 46), jedoch wegen der weiten Entfernung (Ausland) nur selten dorthin zurückkehren können. Aufwendungen für solche Zwischenheimfahrten werden durch § 9 Abs 1 Satz 3 Nr 4 Satz 6 EStG vom Abzug ausgeschlossen (zu Heimfahrten bei einer beruflich begründeten doppelten Haushaltsführung > Rz 103 ff). Anders, wenn der ArbN zur Berichterstattung in der Betriebsstätte des ArbG anreist; dann sind die Aufwendungen als > Reisekosten abziehbar, wenn sie nicht vom ArbG steuerfrei erstattet werden (> Auslösungen bei privaten Arbeitgebern); für die Wegstrecke zwischen Wohnung und Betrieb gilt die Entfernungspauschale.

 

Rz. 53

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

‚Gelegentlich‘ hat im allgemeinen Sprachgebrauch die Bedeutung von ‚manchmal‘, ‚zuweilen‘, ‚von Zeit zu Zeit‘ (Brockhaus/Wahrig, Deutsches Wörterbuch; Duden, Das große Wörterbuch der Deutschen Sprache). Der ArbN muss deshalb die Wohnung häufiger, in nicht zu großen Zeitabständen aufsuchen (BFH/NV 1997, 341). > R 9.10 Abs 1 Satz 5 LStR definiert ‚gelegentlich‘ typisierend mit mindestens sechsmal im Kalenderjahr. BFH 204, 189 = BStBl 2004 II, 233 erkennt fünf Heimfahrten im Kalenderjahr zum Lebens-Mittelpunkt in der Türkei als ausreichend an. Ein ArbN, der die von ihm als Mittelpunkt seiner Lebensinteressen angegebene Wohnung nur einmal im Jahr für einen längeren Urlaub aufsucht, tut dies nur ‚gelegentlich‘ (BFH/NV 1997, 341: einmaliger Jahresurlaub in Jordanien); ebenso, wenn die Wohnung aus beruflichen Gründen nicht mehr als zweimal jährlich aufgesucht werden kann (EFG 1993, 299). Wird die weiter entfernt liegende Wohnung 8 bis 10-mal im Jahr aufgesucht, stellt EFG 1996, 744 nicht nur auf die Zahl, sondern auch auf die Dauer der Aufenthalte ab.

 

Rz. 54

Stand: EL 105 – ET: 02/2015

Randziffer einstweilen frei.

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