Hartz/Meeßen/Wolf, ABC-Führer Lohnsteuer, Auskunftspflicht
 

Rz. 1

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Zur Auskunftspflicht des ArbG, des ArbN und anderer Personen im Besteuerungsverfahren gegenüber dem FA vgl §§ 90, 93, 93a, 149, 150, 160 AO. Zur Zulässigkeit von (Sammel-)Auskunftsersuchen vgl BFH 158, 502 = BStBl 1990 II, 198; BFH 162, 539 = BStBl 1991 II, 277; BFH/NV 1992, 791; BFH 241, 211 = BStBl 2014 II, 225; BFH 251, 112 = BStBl 2016 II, 135; für die LSt-Außenprüfung vgl § 200 Abs 1 AO; § 42f EStG und > Außenprüfung Rz 43 ff. Das Auskunftsersuchen ist VA iSv § 118 AO (BFH 140, 518 = BStBl 1984 II, 790 mwN). Zur Ausweitung der Auskunftspflicht in Bezug auf den elektronischen Datenzugriff vgl §§ 147 Abs 6, 200 Abs 1 Satz 2 AO und > Außenprüfung Rz 48. Zur Auskunftspflicht des erwachsenen Kindes und des ArbG gegenüber der Familienkasse vgl § 68 Abs 1 Satz 2 EStG (> Kindergeld Rz 52). Zur Auskunftspflicht der Presse vgl BFH 148, 108 = BStBl 1988 II, 359, BFH 253, 505 = BStBl 2016 II, 822 sowie > Anzeigepflichten.

 

Rz. 2

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Zur Auskunftspflicht anderer Behörden gegenüber dem FA vgl Art 35 Abs 1 GG sowie > Amtshilfe.

 

Rz. 3

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Zu Mitteilungspflichten von KöR > Mitteilung an das Finanzamt; > Abgeordnete Rz 9; > Fernsehen Rz 9. § 22a EStG verpflichtet die rentenzahlenden Stellen, den FÄ die Leistungsempfänger zu benennen (> Rentenbezugsmitteilungen). Im Rahmen der > Private Altersvorsorge findet ein Informationsaustausch zwischen dem Anbieter (§ 80 EStG), der zentralen Stelle (§ 81 EStG), der zuständigen Stelle (§ 81a EStG) und den FÄ und weiteren Behörden statt (§ 10a Abs 1a und 4, § 89 Abs 2 und 3, §§ 90, 91, 94 EStG).

 

Rz. 4

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Für den SA-Abzug bestimmter Vorsorgeaufwendungen übermitteln die Versicherungen, die Träger der GKV/GPflV sowie die Künstlersozialkasse die Beitragsdaten elektronisch an die FinBeh (§ 10 Abs 2 und 2 a EStG). Nach § 32b Abs 3 EStG haben die Träger der dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Sozialleistungen iSd § 32b Abs 1 Nr 1 EStG die Daten ebenfalls elektronisch an die FinVerw zu übermitteln.

 

Rz. 5

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Der Zentralstelle der Länder ist per Datenfernübertragung mitzuteilen, wenn ein ArbN die Voraussetzungen für die Förderung seiner Vermögensbildung nicht (mehr) erfüllt, damit das FA zu Unrecht gewährte ArbN-Sparzulage zurückfordern kann (vgl §§ 8und 9 VermBDV und BMF vom 23.07.2014, BStBl 2014 I, 1175, Abschn 21–22 sowie > Vermögensbildung der Arbeitnehmer Rz 150 ff). Gleiches gilt für die Wohnungsbauprämie, wenn die Unternehmen wissen oder nicht sicher sind, ob die prämienbegünstigten Aufwendungen vertragsmäßig verwendet worden sind (§ 17 WoPDV sowie BMF vom 22.10.2002, BStBl 2002 I, 1044 Abschn 14).

 

Rz. 6

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Zum Anspruch des Stpfl auf Auskunft über die von der FinVerw gespeicherten eigenen DatenInformationelle Selbstbestimmung sowie zur > IZA vgl BFH 202, 425 = BStBl 2004 II, 387. Ein generelles Recht des Stpfl, vom FA Auskunft über die zu ihm gespeicherten Daten zu erhalten, gibt es zwar nicht (vgl dazu Kleemann, FAZ vom 12.07.2017 S 16). Mit dem Gesetz zur Änderung des BVerfG und anderer Vorschriften vom 17.07.2017 (BGBl 2017 I, 2541) werden die (Auskunfts-)Rechte in den §§ 32a bis f AO im Einzelnen geregelt. Die beim BZSt gespeicherten > Lohnsteuerabzugsmerkmale kann der ArbN beim Wohnsitz-FA abfragen; idR wird ihn das FA aber selbst darüber informieren (vgl § 39 Abs 1 Satz 5ff iVm § 39e Abs 6 EStG). Hinweis auf § 6 Abs 2 BDSG.

 

Rz. 7

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Zur Auskunftspflicht des FA gegenüber ArbG, ArbN sowie anderen Personen und Behörden > Auskünfte und Zusagen des Finanzamts. Auskünfte an ausländische Steuerbehörden erteilt die FinVerw im Rahmen eines in DBA vereinbarten Informationsaustausches; vgl dazu die Stichworte zu den einzelnen Vertragsstaaten. Ergänzend > Bundeszentralamt für Steuern.

 

Rz. 8

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Zur Auskunftspflicht des ArbN gegenüber dem ArbG vgl § 38 Abs 4 Satz 3 EStG. Dem ArbG hat der ArbN seine ID-Nummer und andere persönliche Daten für Zwecke des LSt-Abzugs mitzuteilen (vgl § 52b Abs 4 Satz 2 sowie § 39e Abs 4 Satz 1 EStG).

 

Rz. 9

Stand: EL 113 – ET: 09/2017

Das BZSt stellt der Kapitalerträge auszahlenden Stelle für Zwecke des Einbehalts der KiSt den Steuersatz der Religionsgemeinschaft als automatisch abrufbares Merkmal bereit (§ 51a Abs 2 c Satz 1 Nr 1 EStG).

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