Anhang 2 – Unterhalt für An... / 9. Anrechnung eigener Bezüge der unterhaltenen Personen

9.1 Begriff der Bezüge

 

Rz. 28

Stand: EL 122 – ET: 6/2020

Bezüge sind alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert, die nicht im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Einkunftsermittlung erfasst werden. Bezüge im Ausland, die – wenn sie im Inland anfielen – Einkünfte wären, sind wie inländische Einkünfte zu ermitteln. Unter Beachtung der Ländergruppeneinteilung (Rz. 32) sind Sachbezüge nach der jeweils geltenden Sozialversicherungsentgeltverordnung mit dem sich ergebenden Anteil anzusetzen. WerbungskostenPauschbeträge, Sparer-Pauschbetrag und die Kostenpauschale (Rz. 30) sind jedoch nicht zu kürzen.

9.2 Umrechnung ausländischer Bezüge

 

Rz. 29

Stand: EL 122 – ET: 6/2020

Ausländische Bezüge sind in Euro umzurechnen. Hierfür können die jährlich vom Bundeszentralamt für Steuern im Bundessteuerblatt Teil I für Zwecke des Familienleistungsausgleichs veröffentlichten Devisenkurse zugrunde gelegt werden (§ 32 Absatz 4 Satz 10 EStG ist dabei entsprechend anzuwenden).[1]

[1] Für den Veranlagungszeitraum 2009: vgl. Schreiben des BZSt vom 22. Januar 2009 (BStBl I Seite 363); Für den Veranlagungszeitraum 2010: vgl. Schreiben des BZSt vom 15. Januar 2010 (BStBl I Seite 44).

9.3 Berücksichtigung der Kostenpauschale

 

Rz. 30

Stand: EL 122 – ET: 6/2020

Bei Bezügen, die nicht wie inländische Einkünfte ermittelt werden, ist eine Kostenpauschale von 180 Euro (unabhängig von der Ländergruppeneinteilung) zu berücksichtigen, wenn nicht höhere Aufwendungen geltend gemacht werden.

 

Beispiel 12:

Ein Steuerpflichtiger unterstützt seine im Heimatland (Ländergruppe 2, Kürzung auf 3/4) lebenden Eltern durch zwei Überweisungen am 3. April und am 6. September 2009 von jeweils 750 Euro. Der Vater erzielt im Kalenderjahr 2009 Bezüge aus gewerblicher Tätigkeit (Rz. 28) von – umgerechnet – 1 000 Euro im Kalenderjahr. Die Mutter bezieht eine Rente von umgerechnet – 1 440 Euro im Kalenderjahr.

 
1. Höhe der Aufwendungen für den Unterhalt    
  Nachgewiesene Zahlungen   1500 EUR
2. Berechnung der Höchstbeträge:    
  Höchstbeträge: 7 680 EUR[1] × 2   15 360 EUR
  Zeitanteilige Ermäßigung auf 9/12    
  (§ 33 a Absatz 3 Satz 1 EStG)    
  (Erste Zahlung im April)   11 520 EUR
  Ermäßigung nach der Ländergruppen-    
  einteilung auf 3/4   8640 EUR
3.  Berechnung der anzurechnenden Bezüge    
  3.1 Bezüge aus gewerblicher Tätigkeit    
    (Vater)    
    Im Unterstützungszeitraum anteilig:    
    9/12 (April bis Dezember, § 33 a    
    Absatz 3 Satz 2 EStG) 1000 EUR 750 EUR
  3.2 Renteneinnahmen (Mutter)    
    (Erfassung der Rente in voller Höhe) 1440 EUR  
    Werbungskostenpauschbetrag 102 EUR    
    (für den den sonstigen Einkünften    
    vergleichbaren Rentenanteil) 102 EUR  
    Kostenpauschale 180 EUR (für den    
    Rentenanteil, der bei einer inländischen    
    Rente als Bezug zu erfassen wäre) - 180 EUR  
    Anzusetzende Rente 1158 EUR  
    Im Unterstützungszeitraum angefallen:    
    9/12 (April bis Dezember, § 33 a    
    Absatz 3 Satz 2 EStG)   868 EUR
  3.3 Summe der anteilig anzurechnenden    
    Bezüge (April bis Dezember, § 33 a Ab-    
    satz 3 Satz 2 EStG)   1618 EUR
    Anrechnungsfreier Betrag (§ 33 a    
    Absatz 1 Satz 4[2] EStG): 624 EUR × 2 1248 EUR  
    Kürzung nach der Ländergruppen-    
    einteilung auf 3/4 936 EUR  
    Im Unterstützungszeitraum anteilig    
    zu berücksichtigen: 9/12   702 EUR
    Summe der anzurechnenden Bezüge   916 EUR
4. Berechnung des abziehbaren Höchstbetrags    
    Ermäßigte zeitanteilige Höchstbeträge    
    (Nr. 2)   8 640 EUR
    Anzurechnende Bezüge (Nr. 3)   - 916 EUR
    Abziehbarer Höchstbetrag   7 724 EUR

Abziehbar sind jedoch höchstens die nachgewiesenen Unterhaltsaufwendungen in Höhe von 1500 EUR (Nr. 1).

[1] Ab dem Veranlagungszeitraum 2010 beträgt der Höchstbetrag nach § 33 a Absatz 1 Satz 1 EStG 8 004 Euro.
[2] Ab dem Veranlagungszeitraum 2010: Satz 5.

9.4 Unterstützungszeitraum/Schwankende Bezüge

 

Rz. 31

Stand: EL 122 – ET: 6/2020

Bezüge der unterhaltenen Person, die auf Kalendermonate entfallen, in denen die Voraussetzungen für die Anerkennung von Aufwendungen für den Unterhalt nicht vorliegen, vermindern nicht den ermäßigten Höchstbetrag (§ 33 a Absatz 3 Satz 2 EStG). Bei schwankenden Bezügen ist aus Vereinfachungsgründen keine monatliche Betrachtungsweise bzw. Zuordnung vorzunehmen, sondern der jeweilige Unterstützungszeitraum als Ganzes zu sehen.

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