Rz. 173

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

Einige DBA enthalten zur Vermeidung von Missbrauch in Fällen von grenzüberschreitenden Leiharbeitsverhältnissen besondere Regelungen. Diese Sonderregelungen sind als sog. Spezialregelung vorrangig anzuwenden (Stand 1.1.2018):

  • Protokoll Ziffer 5 zu Art. 15 DBA-Albanien,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Algerien,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Aserbaidschan,
  • Art. 14 Abs. 3 DBA-Bulgarien,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Costa Rica,
  • Art. 15 Abs. 4 DBA-Dänemark,
  • Art. 14 Abs. 3 DBA-Finnland,
  • Art. 13 Abs. 6 DBA-Frankreich,
  • Protokoll Ziffer 13 zu Art. 15 DBA-Italien,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Kasachstan,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Korea,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Kroatien,
  • Protokoll Ziffer 5 zu Art. 15/23 DBA-Norwegen,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Österreich,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Polen,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Rumänien,
  • Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweden,
  • Protokoll Ziffer 4 zum DBA-Slowenien,
  • Art. 14 Abs. 3 DBA-Tadschikistan,
  • Art. 15 Abs. 3 DBA-Turkmenistan,
  • Art. 14 Abs. 3 DBA-Ungarn,
  • Art. 14 Abs. 3 DBA-Uruguay,
  • Art. 14 Abs. 3 DBA-Zypern.
 

Rz. 174

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

Regelmäßig bleibt es beim Besteuerungsrecht des Tätigkeitsstaates nach den Art. 15 Abs. 1 OECD-MA entsprechenden Vorschriften der DBA, unabhängig davon, wie lange der Arbeitnehmer in diesem Staat tätig ist.

 

Rz. 175

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

In folgenden Fällen vermeidet Deutschland als Ansässigkeitsstaat die Doppelbesteuerung durch die Anrechnungsmethode (Stand: 1.1.2018):

  • Art. 23 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Albanien,
  • Art. 23 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Algerien,
  • Art. 23 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Aserbaidschan,
  • Art. 22 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Bulgarien,
  • Art. 23 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Costa Rica;
  • Art. 24 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe bb DBA-Dänemark,
  • Art. 21 Abs. 1 Buchstabe b Ziffer 3 DBA-Finnland,
  • Art. 20 Abs. 1 Buchstabe c DBA-Frankreich,
  • Protokoll Ziffer 13 zum DBA-Italien,
  • Art. 23 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Kasachstan,
  • Art. 23 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Korea,
  • Art. 23 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Kroatien,
  • Art. 23 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe cc DBA-Norwegen,
  • Art. 24 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe bb DBA-Polen,
  • Art. 23 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Rumänien,
  • Art. 23 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe cc DBA-Schweden,
  • Art. 23 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe dd DBA-Slowenien,
  • Art. 22 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe dd DBA-Tadschikistan,
  • Art. 22 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Turkmenistan,
  • Art. 22 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe cc DBA-Ungarn,
  • Art. 22 Abs. 1 Buchstabe b Doppelbuchstabe ee DBA-Uruguay,
  • Art. 22 Abs. 1 DBA-Zypern.
 

Rz. 176

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

Weitere Besonderheiten

Art. 15 Abs. 3 DBA-Österreich regelt, dass Art. 15 Abs. 2 Buchstabe b (Arbeitgeber i. S. des DBA) für den Fall der gewerblichen Arbeitnehmerüberlassung dann keine Anwendung findet, wenn sich der Arbeitnehmer nicht länger als 183 Tage im anderen Staat aufhält. Damit wird dem Ansässigkeitsstaat des Arbeitnehmers das Besteuerungsrecht auch dann zugewiesen, wenn der Entleiher seinen Sitz im Tätigkeitsstaat hat und sich der Arbeitnehmer an nicht mehr als 183 Tagen im anderen Staat aufgehalten hat. Die Regelung des DBA wird durch Nr. 6 des Protokolls dahingehend flankiert, dass die 183-Tage-Regelung nur dann nicht zur Anwendung kommt, wenn der Verleiher im anderen Staat eine Betriebsstätte unterhält, die die Vergütungen trägt. Steht nach diesen Regeln Österreich als Tätigkeitsstaat das Besteuerungsrecht zu, vermeidet Deutschland die Doppelbesteuerung durch Anwendung der Freistellungsmethode nach Art. 23 Abs. 1 Buchstabe a DBA-Österreich.

 

Rz. 177

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

In folgenden Fällen, in denen es wegen der Anwendung der Anrechnungsmethode im laufenden Kj zu einer zeitweiligen Doppelbesteuerung kommen kann, bestehen keine Bedenken, dass aus Billigkeitsgründen entsprechend der Regelung des § 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Buchstabe c EStG maximal das Vierfache der voraussichtlich abzuführenden ausländischen Abzugsteuer als Freibetrag für das Lohnsteuerabzugsverfahren gebildet wird, begrenzt auf die Höhe des voraussichtlichen im Ausland zu versteuernden Arbeitslohns, für den die Anrechnungsmethode anzuwenden ist:

  • Das DBA sieht für Lohneinkünfte die Anwendung der Anrechnungsmethode vor (z. B. Art. 13 Abs. 6 i. V. m. Art. 20 Abs. 1 Buchstabe c DBA-Frankreich oder Art. 15 i. V. m. Art. 23 Abs. 2 Buchstabe b Doppelbuchstabe cc DBA-Norwegen).
  • Berücksichtigung ausländischer Steuern nach § 34c Abs. 1 EStG, die von Staaten erhoben werden, mit denen kein DBA besteht, und wenn der Auslandstätigkeitserlass (BMF-Schreiben vom 31.10.1983, BStBl 1983 I S. 470) nicht anzuwenden ist. Es ist jedoch zu beachten, dass der Auslandstätigkeitserlass grundsätzlich auch bei Arbeitnehmerüberlassungen angewendet werden kann.
 

Rz. 178

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

Hierzu ist es erforderlich, dass der Arbeitnehmer durch geeignete Unterlagen (z. B. Bestätigung des Arbeitgebers) glaubhaft ...

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