Anhang 2 – Doppelbesteuerun... / 4.2.4 Anwendung der 18 3-Tage-Frist auf einen 12-Monats-Zeitraum
 

Rz. 104

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

Wird in einem DBA zur Ermittlung der Aufenthalts-/Ausübungstage entsprechend dem aktuellen OECD-Standard (Art. 15 Abs. 2 OECD-MA) auf einen "Zeitraum von zwölf Monaten" abgestellt, so sind hierbei alle denkbaren 12-Monats-Zeiträume in Betracht zu ziehen, auch wenn sie sich zum Teil überschneiden. Wenn sich der Arbeitnehmer in einem beliebigen 12-Monats-Zeitraum an mehr als 183 Tagen in dem anderen Vertragsstaat aufhält, steht diesem für die Einkünfte, die auf diese Tage entfallen, das Besteuerungsrecht zu. Mit jedem Aufenthaltstag des Arbeitnehmers in dem anderen Vertragsstaat ergeben sich somit neue zu beachtende 12-Monats-Zeiträume.

 

Rz. 105

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

Ein 12-Monats-Zeitraum wurde z. B. mit folgenden Staaten vereinbart (Stand: 1.1.2018):

 
- Albanien (ab 1.1.2012),
- Algerien (ab 1.1.2009),
- Armenien (ab 1.1.2018),
- Aserbaidschan (ab 1.1.2006),
- Australien (ab 1.1.2017),
- Belarus (Weißrussland) (ab 1.1.2007),
- Bulgarien (ab 1.1.2011),
- China (ab 1.1.2017),
- Costa Rica (ab 1.1.2017),
- Finnland (ab 1.1.2018),
- Georgien (ab 1.1.2008),
- Ghana (ab 1.1.2008),
- Großbritannien (ab 1.1.2011),
- Irland (ab 1.1.2013),
- Israel (ab 1.1.2017),
- Japan (ab 1.1.2017),
- Kanada (ab 1.1.2011),
- Kasachstan (ab 1.1.1996),
- Kirgisistan (ab 1.1.2007),
- Korea (ab 1.1.2003),
- Kroatien (ab 1.1.2007),
- Liberia (ab 1.1.1970),
- Liechtenstein (ab 1.1.2013),
- Luxemburg (ab 1.1.2014),
- Malaysia (ab 1.1.2011),
- Malta (ab 1.1.2002),
- Mauritius (ab 1.1.2013),
- Mazedonien (ab 1.1.2011),
- Mexiko (ab 1.1.1993),
- Niederlande (ab 1.1.2016),
- Norwegen (ab 1.1.1991),
- Philippinen (ab 1.1.2016),
- Polen (ab 1.1.2005),
- Rumänien (ab 1.1.2004),
- Russland (ab 1.1.1997),
- Singapur (ab 1.1.2007),
- Slowenien (ab 1.1.2007),
- Spanien (ab 1.1.2013),
- Syrien (ab 1.1.2011),
- Tadschikistan (ab 1.1.2005),
- Taiwan (ab 1.1.2013),
- Türkei (ab 1.1.2011),
- Turkmenistan (ab 1.1.2018),
- Ungarn (ab 1.1.2012),
- Uruguay (ab 1.1.2012),
- Usbekistan (ab 1.1.2002),
- VAE (ab 1.1.2009),
- Zypern (ab 1.1.2012).
 

Rz. 106

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

 

Beispiel 1:

A ist für seinen deutschen Arbeitgeber vom 1. April bis 20. April 01 für 20 Tage, zwischen dem 1. August 01 und dem 31. März 02 für 90 Tage sowie vom 25. April 02 bis zum 31. Juli 02 für 97 Tage in Spanien tätig.

Für die Vergütungen, die innerhalb des Zeitraums 1. August 01 bis 31. Juli 02 auf Tage entfallen, an denen sich A in Spanien aufhält, hat Spanien das Besteuerungsrecht, da sich A innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums dort an insgesamt mehr als 183 Tagen (insgesamt 187 Tage) aufgehalten hat. Das Besteuerungsrecht für die Einkünfte, die auf den Zeitraum 1. bis 20. April 01 entfallen, steht dagegen Deutschland zu, da sich A in allen auf diesen Zeitraum bezogenen denkbaren 12-Monats-Zeiträumen an nicht mehr als 183 Tagen in Spanien aufgehalten hat.

 

Rz. 107

Stand: EL 124 – ET: 11/2020

 

Beispiel 2:

B ist für seinen deutschen Arbeitgeber zwischen dem 1. Januar 01 und dem 28. Februar 01 sowie vom 1. Mai 01 bis zum 30. April 02 für jeweils monatlich 20 Tage in Spanien tätig.

Das Besteuerungsrecht für die Vergütungen, die innerhalb des Zeitraums 1. Mai 01 bis 30. April 02 auf Tage entfallen, an denen sich B in Spanien aufhält, hat Spanien, da sich B innerhalb eines 12-Monats-Zeitraums dort an insgesamt mehr als 183 Tagen (insgesamt = 240 Tage) aufgehalten hat. Gleiches gilt für den Zeitraum 1. Januar 01 bis 28. Februar 01, da sich B auch innerhalb des 12-Monats-Zeitraums 1. Januar 01 bis 31. Dezember 01 an insgesamt mehr als 183 Tagen (insgesamt = 200 Tage) in Spanien aufgehalten hat.

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