16.10.2013 | IWF

Spielraum für höhere Steuern in Deutschland

Andere Nationen belasten ihre Bürger zum Teil erheblich stärker.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in Deutschland Raum für höhere Steuern insbesondere bei Besserverdienern.

"In vielen entwickelten Nationen scheint es Spielräume zu geben, mehr Einnahmen an der Spitze der Einkommensverteilung zu erzielen, falls dies erwünscht ist", schreibt der Fonds in einer aktuellen Studie, über die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet.

Deutschland sei nach der Analyse des IWF eines der wenigen Länder in Europa, das sein Potenzial bei den Staatseinnahmen nicht ausnutze. Insbesondere bei Mehrwertsteuer und Einkommensteuer belasteten andere Nationen ihre Bürger zum Teil erheblich stärker. Zögen die Deutschen mit ihren Partnern gleich, steige das Aufkommen aus Steuern und Abgaben um 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Dies entspräche derzeit rund 80 Milliarden Euro im Jahr – was deutlich mehr sei als SPD und Grünen im Wahlkampf gefordert hatten.

Auch der grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold verweist darauf, dass der IWF in seinem jüngsten Bericht zur Finanzstabilität in Deutschland Potenzial sehe, den Spitzensteuersatz deutlich anzuheben sowie das Aufkommen aus vermögensbezogenen Steuern zu erhöhen.

Vermögensteuern belasteten die Volkswirtschaft weniger als Körperschaft-, Einkommen- oder Konsumsteuern. Eine Vermögensteuer von 1 Prozent erhoben auf die 10 Prozent größten Vermögen würde laut IWF in Deutschland etwa 1 Prozent der Wirtschaftsleistung Steuereinnahmen pro Jahr erbringen - etwa 25 Milliarden Euro.

Schlagworte zum Thema:  Steuerpolitik, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Vermögensteuer

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