Die Empörung über internationale Steuerflucht ist groß. Bild: Corbis

EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici möchte das  Programm gegen Steuervermeidung und aggressive Steuerplanung beschleunigen. Dies sagte er am Dienstag beim Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel.

Schwarze Liste bis Ende 2017

So muss die EU ihre "Schwarze Liste" der Steueroasen nach Ansicht Moscovicis so schnell wie möglich fertig stellen. Die EU-Staaten arbeiten seit geraumer Zeit an einer gemeinsamen Liste von Drittstaaten, gegen die es steuerrechtliche Bedenken gibt oder die sich beim Datenaustausch unkooperativ verhalten. Nach bisherigem Plan sollte die Liste Ende 2017 fertig gestellt werden. Ein Effekt dieser Zusammenstellung soll sein, bisherige Steueroasen durch das öffentliche Anprangern zu Gesetzesänderungen zu bewegen.

Weitere Schritte sollen folgen

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire erklärte, eine solche Liste sei lediglich ein erster Schritt. "Wir brauchen Sanktionen." Diese müssten dann konsequent angewendet werden. Die EU-Finanzminister diskutierten angesichts der Enthüllungen hinter verschlossenen Türen über mögliche Folgen aus den "Paradise Papers". "Ich glaube, dass die Form von investigativem Journalismus dazu beiträgt, dass wir Defizite besser erkennen können", sagte Interimsfinanzminister Peter Altmaier (CDU) nach dem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen. "Wir werden das alles prüfen."

Schlagworte zum Thema:  Steuerflucht, Steueroase

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