| Ministerpräsidentenkonferenz

Länder geben grünes Licht für Steueranreize bei Gebäudesanierung

Steueranreize für Hausbesitzer
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Länder wollen sich an einem neuen Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung für mehr Klimaschutz finanziell beteiligen. 

Es sei ein Kompromiss gefunden worden, damit es 2015 Steueranreize für Hausbesitzer geben könne. "Das ist ein Durchbruch", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstag nach der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin.

Eine Arbeitsgruppe soll in den nächsten Monaten die Finanzierung klären. Das Programm, das von Januar 2015 für fünf Jahre gelten soll, soll Bund und Länder aufwachsend etwa eine Milliarde Euro pro Jahr kosten.

Hausbesitzer sollen künftig zusätzlich einen Teil ihrer Sanierungskosten von der Steuer absetzen können, wenn sie zum Energiesparen Wände dämmen, neue Heizkessel oder Fenster einbauen. Der Steuerbonus von 10 bis 25 Prozent kann aber nicht auf einmal eingelöst, sondern über zehn Jahre beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Die Bundesregierung hat den Ländern vorgeschlagen, im Gegenzug die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerker-Leistungen zu kürzen. Absetzbar sollen von den Arbeitskosten bis 6.000 EUR nur noch Beträge oberhalb von 300 EUR sein. Die bayerische Landesregierung will dies jedoch verhindern. "Das wäre eine indirekte Steuererhöhung", sagte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. "In Bayern würde das 1,6 Millionen Steuerfälle treffen, deutschlandweit sogar 9 Millionen. Das wäre eine - wenn auch leichte - Steuererhöhung für viele Bürger" Der CSU-Politiker warnte: "Damit würde auch der Schwarzarbeit wieder Tür und Tor geöffnet." Außerdem: "Die geplante Förderung der energetischen Sanierung kommt nur einigen Handwerkergruppen zugute", sagte Söder. "Die Abschaffung des Handwerkerbonus aber trifft das gesamte Handwerk."

Schlagworte zum Thema:  Einkommensteuer, Gebäudesanierung

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