| Haushaltsnahe Handwerkerleistungen

Regierung prüft Kürzung von Handwerker-Steuerbonus für Haushalte

Viele Steuerplichtigen könnten Handwerkerleistungen nicht mehr absetzen
Bild: PhotoDisc Inc.

Die Bundesregierung prüft, ob künftig für haushaltsnahe Handwerkerleistungen nach § 35a EStG ein Sockelbetrag von 300 EUR eingeführt werden soll.

Das mit einer Kürzung eingesparte Geld könnte im Gegenzug für eine stärkere steuerliche Förderung der Gebäudesanierung eingesetzt werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". In Koalitionskreisen wurden entsprechende Überlegungen am Montag bestätigt. Bund und Länder kostet der Handwerker-Bonus pro Jahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

Bayern lehnt die Überlegungen der Bundesregierung ab. Es sei "widersprüchlich und kontraproduktiv", den Bürgern einen Steuervorteil zu nehmen, um damit eine neue Vergünstigung finanzieren zu können, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU) der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag).

Ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, wenn die Regierung gegebenenfalls zu einer solchen Lösung greifen sollte, müssten auch die Länder mit ins Boot geholt werden. "Ohne eine Beteiligung der Länder an einem solchen Weg sehen wir hierfür keine Grundlage." Das Finanzministerium unterstütze aber ausdrücklich das Ziel, mit der Gebäudesanierung messbare Fortschritte beim Energiesparen zu machen. Die Bundesregierung will am Mittwoch ihr neues Klimaschutzpaket beschließen.

Handwerkspräsident Hans-Peter Wollseifer hält den Steuerbonus auf Handwerkerleistungen für unverzichtbar. Er müsse als Instrument gegen Schwarzarbeit voll erhalten bleiben, verlangte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).

Schlagworte zum Thema:  Einkommensteuer, Handwerker, Haushaltsnahe Handwerkerleistung, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Steueränderungen

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