08.09.2014 | Gutachten

Hohe Milliarden-Erlöse durch Transaktionssteuer möglich

Kommt es zur "Koalition der Willigen"?
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Die in Europa geplante Einführung einer Umsatzsteuer auf Finanzmarktgeschäfte soll nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" allein dem deutschen Fiskus jährliche Erlöse von mindestens 17,6 Milliarden Euro einbringen.

Das geht aus einem Gutachten im Auftrag des BMF hervor, wie das Blatt (Montag) schreibt. Demnach sind theoretisch sogar Einnahmen von bis zu 88 Milliarden Euro möglich. Da aber gewiss Geschäfte wegfallen oder verlagert würden, werde am Ende wohl deutlich weniger zusammenkommen.

Die Bundesregierung bemüht sich seit Jahren um die Einführung der sogenannten Finanztransaktionsteuer (FTT). Da ein Konsens auf EU-Ebene oder gar darüber hinaus nicht möglich war, solle die Idee nun zunächst von einer Art "Koalition der Willigen" umgesetzt werden, schreibt die Zeitung. Dazu zählten neben Deutschland noch Frankreich, Italien, Belgien, Österreich, Spanien, Estland, Griechenland, Portugal, die Slowakei und Slowenien.

Das Bundesfinanzministerium hält nach dem Bericht an der Steuer fest: In einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Michael Meister (CDU) an den Bundestagsfinanzausschuss heißt es, es sei "sehr zu begrüßen, dass eine ansehnliche Zahl an EU-Mitgliedsstaaten" gemeinsam voranschreite. Meister verweise allerdings auch darauf, dass die FTT nach den jüngsten Beschlüssen der Finanzminister stufenweise eingeführt werden solle. Bleibe es dabei, würden auch die Einnahmen zu Beginn geringer ausfallen als in dem Gutachten prognostiziert, so die "Süddeutsche".

Schlagworte zum Thema:  Börse, Finanzgeschäft

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