06.06.2012 | Familienunternehmen

Verband fordert Steuerreform zur Eigenkapitalstärkung

Benachteiligung von Eigenkapital?
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Verband der Familienunternehmen fordert eine erneute Reform der Unternehmenssteuern, um die Eigenkapitalbasis der Betriebe dauerhaft zu stärken.

Das Kapital, mit dem Unternehmer haften, sollte nachhaltig erhöht werden, forderte Verbands-Präsident Lutz Goebel am Dienstag in Berlin. In der nächsten Krise könnten Unternehmen dann Mitarbeiter auch über eine Durststrecke halten.

Eigenkapitalkosten sollten nicht besser und nicht schlechter als Fremdkapitalkosten behandelt werden, wird gefordert. Die Benachteiligung von Eigenkapital gegenüber Krediten müsse beendet und der steuerliche Anreiz zur Fremdfinanzierung beseitigt werden.

Deutsche Unternehmen weisen im internationalen Vergleich eine niedrige Eigenkapital- und hohe Fremdfinanzierungsquote aus. Eigenkapital ist teurer als Fremdkapital, denn Kreditzinsen können als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Dagegen mindert die Rendite für Eigenkapital nicht die steuerliche Bemessungsgrundlage. Bei der Finanzierung eines Projektes fallen also höhere Steuern an, wenn es mit Eigen- statt mit Fremdkapital finanziert wird.

Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim schlägt daher eine "zinsbereinigte Besteuerung" vor. Diese lässt eine fiktive Verzinsung des Eigenkapitals zum Abzug von der steuerlichen Bemessungsgrundlage zu. Der Zinsabzug würde also die Bemessungsgrundlage schmälern und hätte Mindereinnahmen für den Staat zur Folge. Die Aufkommensverluste könnten den Angaben zufolge aber über einen höheren Ertragsteuersatz kompensiert werden.

Schlagworte zum Thema:  Steueränderungen, Eigenkapital, Familienunternehmen

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