Beitragsbemessungsgrenze (BBG) 2020

Der Referentenentwurf zur Änderung der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020 liegt vor. Die im Versicherungsrecht wichtige allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze wird ab 1.1.2020 voraussichtlich 62.550 EUR betragen. Die weiteren Werte im Überblick

Mit der Veröffentlichung des Referentenentwurfs zur Änderung der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020 stehen die voraussichtlichen Werte in der Sozialversicherung fest, die ab 1.1.2020 im Versicherungs- und im Beitragsrecht der Krankenversicherung sowie in der Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gelten.

Beitragsbemessungsgrenze 2020: Krankenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird von derzeit 4.537,50 EUR im Monat (54.450 Euro jährlich) auf voraussichtlich 4.687,50 EUR monatlich (56.250 EUR jährlich) steigen. Die gleichen Werte gelten für die Pflegeversicherung.

Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Pflegeversicherung gelten bundeseinheitlich.

Jahresarbeitsentgeltgrenze 2020 (Versicherungspflichtgrenze)

Die im Versicherungsrecht relevante allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) steigt im Jahr 2020 von 60.750 EUR auf voraussichtlich  62.550 EUR.

Die besondere ermäßigte JAEG für PKV-Bestandsfälle soll dann von 54.450 EUR auf 56.250 EUR angehoben werden.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung 2020

Die BBG West soll im Jahr 2020 in der allgemeinen Rentenversicherung und in der Arbeitslosenversicherung auf 6.900 EUR monatlich festgesetzt werden, jährlich sind dies 82.800 EUR. In der knappschaftlichen Rentenversicherung beträgt sie voraussichtlich 101.400 EUR jährlich bzw. 8.450 EUR monatlich.

In den neuen Bundesländern soll die BBG RV Ost 2020 monatlich 6.450 EUR bzw. jährlich 77.400 EUR betragen. In der knappschaftlichen Rentenversicherung sind 7.900 EUR monatlich bzw. 94.800 EUR jährlich vorgesehen. 

Bezugsgröße 2020

Auch die Bezugsgröße wird im Jahr 2020 in Ost und West angepasst. Dabei ist zu beachten: Die Bezugsgröße West gilt in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit. Die abweichende Bezugsgröße für den Rechtskreis Ost hat nur noch Bedeutung für die Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung.

Im Rechtskreis West soll die monatliche Bezugsgröße auf 3.185 EUR monatlich bzw. 38.220 EUR jährlich steigen (2019: 3.115 EUR monatlich bzw. 37.380 EUR jährlich).

Für den Rechtskreis Ost gilt ein voraussichtlicher Wert von 3.010 EUR monatlich bzw. 36.120 EUR jährlich (2019: 2.870 EUR monatlich bzw. 34.440 EUR jährlich).

Beitragszuschuss zur Krankenversicherung 2020

Für gutverdienende Arbeitnehmer wird es aufgrund der höheren Beitragsbemessungsgrenze 2020 teurer. Der maximale Arbeitnehmeranteil ohne Zusatzbeitrag (7,3 %) zur Krankenversicherung mit Anspruch auf Krankengeld würde dann 342,19 EUR betragen. Arbeitgeber müssten dann einen Beitragszuschuss von maximal 342,19 EUR (7,3 %) zahlen. Bei gesetzlich Versicherten ist der halbe individuelle Zusatzbeitrag entsprechend zu beachten, bei privat Krankenversicherten der halbe durchschnittliche Zusatzbeitrag.

Durchschnittsentgelt Rentenversicherung

Das Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung für das Jahr 2018 beträgt 38.212 EUR. Das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2020 beträgt 40.551 EUR.

Rechengrößen 2020

Wie sich die Bruttolöhne und -gehälter im Jahr 2018 entwickelt haben, ist entscheidend für die Herleitung der Rechengrößen der Sozialversicherung für das Jahr 2020. Die Veränderungsrate beträgt in den alten Bundesländern 3,06 % und in den neuen Bundesländern 3,38 %. Entsprechend werden die Rechengrößen für 2020 in West und Ost angehoben.

Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020

Die Verordnung über die maßgebenden Rechengrößen der Sozialversicherung für 2020 ( Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2020) wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) erlassen. Der Referentenentwurf wurde am 6.9.2019 veröffentlicht. Das Kabinett muss die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2020 beschließen und der Bundesrat muss der Verordnung dann noch zustimmen, damit die Verordnung zum 1.1.2020 in Kraft treten kann.