| SPD-Finanzpolitiker

Absetzbarkeit von Handwerkerarbeiten prüfen

Droht die Abschaffung des Handwerkerprivilegs?
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Carsten Schneider hat die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerarbeiten infrage gestellt. Die mit der Vergünstigung verbundenen Ziele würden teilweise verfehlt, sagte der Haushalts- und Finanzexperte der "Süddeutschen Zeitung".

"Es besteht ganz offensichtlich Handlungsbedarf. Das kann der Finanzminister nicht ignorieren." Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerarbeiten gilt als eine der populärsten und teuersten Subventionen.

In SPD-Fraktionskreisen hieß es nach Angaben der Zeitung zudem, falls die Union die Zustimmung der Sozialdemokraten für eine Entlastung der Bürger etwa bei der sogenannten kalten Progression wolle, dürfe sie "im Gegenzug den Abbau von Steuersubventionen nicht länger als Steuererhöhung verteufeln". Hintergrund der Aussagen sei eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie, in der die Abschaffung des Handwerkerprivilegs, zumindest aber eine Beschneidung, empfohlen wird.

Jeder Bürger kann in der Steuererklärung 20 Prozent der Arbeitskosten für Renovierungen, die Gartengestaltung sowie Austausch oder Wartung etwa der Heizung geltend machen. Seit die damalige große Koalition 2009 die Obergrenze für den Steuervorteil anhob, dürfen bis zu 1200 Euro abgesetzt werden. Erklärtes Ziel war damals, die Konjunktur zu stützen, die legale Beschäftigung von Handwerkern zu fördern und damit die Schwarzarbeit einzudämmen. Die Subvention kostet den Staat laut Zeitung gut 1,5 Milliarden Euro im Jahr und ist damit die fünftteuerste Steuervergünstigung.

Schlagworte zum Thema:  Einkommensteuer, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Handwerk, Handwerker

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