16.03.2015 | Ländererlasse

Vorläufige Festsetzung der Erbschaftsteuer

Die Vorläufigkeit gilt auch für die Schenkungsteuer
Bild: Haufe Online Redaktion

Das BVerfG hat mit Urteil vom 17.12.2014 entschieden, dass § 13a und § 13b ErbStG, jeweils in Verbindung mit § 19 Abs. 1 ErbStG, mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar sind. Es hat den Gesetzgeber verpflichtet, spätestens bis zum 30.6.2016 eine Neuregelung zu treffen. Bis zu dieser Neuregelung bleibt das bisherige Recht weiter anwendbar.

Im Hinblick auf diese Verpflichtung zur gesetzlichen Neuregelung sind im Rahmen der verfahrensrechtlichen Möglichkeiten sämtliche Festsetzungen nach dem 31.12.2008 entstandener Erbschaftsteuer (Schenkungsteuer) gem. § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 AO in vollem Umfang vorläufig durchzuführen.

In die Steuerbescheide ist folgender Erläuterungstext aufzunehmen:

"Die Festsetzung der Erbschaftsteuer (Schenkungsteuer) ist gemäß § 165 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 AO im Hinblick auf die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 17. Dezember 2014 - 1 BvL 21/12 - (BStBl 2015 II S. 50) angeordnete Verpflichtung zur gesetzlichen Neuregelung in vollem Umfang vorläufig. Sollte aufgrund der gesetzlichen Neuregelung dieser Steuerbescheid aufzuheben oder zu ändern sein, wird die Aufhebung oder Änderung von Amts wegen vorgenommen."

Im Übrigen gelten die in dem BMF-Schreiben vom 16.5.2011 getroffenen Regelungen entsprechend.

Die gleich lautenden Erlasse vom 14.11.2012 werden aufgehoben.

FinMin Baden-Württemberg, Erlass (koordinierter Ländererlass) v. 12.3.2015, 3 - S 033.8 / 69

Schlagworte zum Thema:  Erbschaftsteuer, Schenkungsteuer, Bundesverfassungsgericht

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