Mangelt es an den geforderten Eigenschaften, ist die Buchhaltung nicht ordnungsgemäß. Was sind die Folgen von so etwas? Und werden Softwaresysteme von der Finanzverwaltung zertifiziert?

Wird die Buchhaltung beispielsweise anlässlich einer Betriebsprüfung als nicht ordnungsgemäß verworfen, kann diese Feststellung den Prüfer zu einer Schätzung berechtigen. Die Schätzung orientiert sich dabei jedoch auch am Umfang der tatsächlichen Geschäftstätigkeit, sodass auch hier u. U. Bezug auf die vorhandenen Daten genommen wird.

Keine einschneidenden Änderungen durch das BMF-Schreiben

Die im BMF-Schreiben v. 14.11.2014 ausgeführten Regelungen stellen keine einschneidenden Änderungen für die Praxis dar. Im Grunde genommen wurde in jüngerer Vergangenheit auch ohne ausdrückliche Anweisung entsprechend gehandelt. Gegenüber den bisher angewandten Vorschriften ist die gegenwärtige Ausformulierung "nachgiebiger". D. h., dass an manchen Stellen klar ausgesagt wird, dass der sinngemäße Inhalt beim Vorliegen neuer Technologien und Systeme angewandt werden sollte. Zeitliche Befristungen werden teilweise etwas großzügiger gehandhabt. Ein Buchungstext ist zwingend nicht mehr erforderlich, wenn eine hinreichende Erläuterung des Geschäftsvorfalls vorliegt.

Zertifizierung von Softwaresystemen

Im BMF-Schreiben v. 14.11.2014 wird klar zum Ausdruck gebracht, dass keine Zertifizierung von DV-Systemen und -techniken durch die Finanzverwaltung erfolgt. Positivtestate zur Ordnungsmäßigkeit wird es ebenfalls nicht geben – weder im Rahmen von Außenprüfungen noch als verbindliche Auskunft. Zertifikate oder Testate Dritter können für die Wahl eines Systems hilfreich sein, binden die Finanzbehörde jedoch nicht.

Schlagworte zum Thema:  GoBD, Software, Archivierung, Buchhaltung, Beleg, Abgabenordnung