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Weitreichende Entscheidung zum Jahreswechsel: GKV oder PKV?

Höher verdienende Arbeitnehmer haben aktuell die Qual der Wahl, wenn sie aus der KV-Pflicht ausscheiden: Wechsel in die PKV oder in der GKV bleiben?

Arbeitnehmer scheiden aus der Versicherungspflicht in der Krankenversicherung aus, wenn ihr regelmäßiges Arbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenzen des laufenden und kommenden Jahres übersteigt. Sie können sich dann ab Jahresbeginn entweder privat versichern. Oder sie bleiben weiter bei einer gesetzlichen Krankenkasse „freiwillig“ versichert. Dies geschiet automatisch, wenn der Austritt nicht rechtzeitig schriftlich erklärt wird.

Langfristige Planung ist sinnvoll

Welche Versicherung die richtige ist, lässt sich nicht generell sagen. Entscheidend ist die Situation des einzelnen Arbeitnehmers. Wer die Qual der Wahl hat, sollte folgende Tipps unbedingt beachten:

·        Beratung aus beiden „Lagern“ einholen

·        Leistungsangebote genau und im Detail vergleichen

·        vorausschauend planen

Eine gewisse Weitsichtigkeit ist bei der Entscheidung nötig. Denn für Beschäftigte nach Vollendung des 55. Lebensjahres ist die Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschlossen. Wer sich für eine Absicherung in der privaten Krankenversicherung entschieden hat, muss wissen, dass dies nach heutiger Rechtslage meist eine Entscheidung fürs Leben ist.

Wie steht’s mit den Finanzen? Neue Runde zur Beitragsanpassung in der PKV

Während die finanzielle Situation in der gesetzlichen Krankenversicherung derzeit vergleichsweise gut aussieht, kämpft die PKV-Branche mit den Folgen eines teilweise ruinösen Wettbewerbs: Viele Konzerne sind mit Billigangeboten auf Kundenfang gegangen.Allerdings mit wenig überzeugenden Ergebnissen. Denn zu viele Kunden haben Verträge abgeschlossen, die sich den privaten Krankenversicherungsschutz eigentlich gar nicht leisten können.

Aktuell müssen vielfach die Prämien erhöht werden, um Verluste auszugleichen. So müssen Bestandskunden etwa der Central Krankenversicherung in Einzelfällen mit einem Anstieg von bis zu 40 % rechnen. Diese Steigerung gilt zum Glück nicht für alle Verträge und nicht für alle Anbieter. Wichtig ist daher vor einem Vertragsabschluss die Preisentwicklung der Versicherungsgesellschaft in den vergangenen Jahren zu überprüfen, um einen Eindruck von der Seriosität der Preispolitik zu bekommen.

Konsequenzen für den Arbeitgeber

Aus Arbeitgebersicht ist die finanzielle Belastung in beiden Versicherungssystemen annähernd gleich. Für Arbeitnehmer mit freiwilliger gesetzlicher Krankenversicherung wird die Höhe des Beitragszuschusses auf gleicher Basis ermittelt wie bei privat Krankenversicherten: Der Zuschuss beträgt maximal die Hälfte des Beitrags, der sich bei Anwendung des um 0,9 Beitragssatzpunkte verminderten allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung zu zahlen wäre (= 7,3 %). Berechnungsgrundlage ist das erzielte Arbeitsentgelt, maximal bis zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze. Der Höchstzuschuss beträgt 2012 monatlich 279,23 EUR.

Ein Unterschied kann sich dadurch ergeben, dass der Beitragszuschuss für privat krankenversicherte Arbeitnehmer auf die Hälfte des Betrags begrenzt ist, den der Beschäftigte für seine PKV tatsächlich zu zahlen hat. Etwas aufwändiger ist auch die Aktenführung für PKV-versicherte Arbeitnehmer: Der Arbeitgeber muss eine Bescheinigung der Versicherungsunternehmens ablegen, mit dem die Aufsichtsbehörde dem Versicherungsunternehmen die Durchführung der Versicherung nach bestimmten gesetzlichen Vorgaben bestätigt.

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile

Auch wenn sich die Vertreter der jeweiligen Anbieter dagegen wehren, lässt sich vereinfacht zusammenfassen: Die PKV bietet (noch immer) weitergehende Leistungen an - kostet dafür aber je nach Familienstand auch mehr. Die GKV ist dafür als staatlich gelenktes System „sicherer“, bietet aber nur den Standard bei den Leistungen – oder richtiger: das, was die Politik gerade für den Standard hält…

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