01.02.2016 | Gesetzliche Krankenversicherung

44 Mio. Kassenmitglieder zahlen höhere Zusatzbeiträge

Viele Krankenkassen haben 2016 den Zusatzbeitrag für ihre Mitglieder erhöht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen seit 1.1.2016 höhere Zusatzbeiträge. Eine Initiative SPD-geführter Länder hat im Bundesrat einen Antrag vorgebracht, die gesetzliche Krankenversicherung wieder paritätisch zu verteilen.

Rund 44 Millionen der gut 54 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung müssen seit 1.1.2016 höhere Zusatzbeiträge zahlen. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, erhöhten 77 Krankenkassen ihren Beitrag. Nur 40 Krankenkassen hielten ihre Beiträge stabil. Der Zusatzbeitrag aller gesetzlichen Krankenkassen beträgt nun im Schnitt 21 Euro pro Monat.

Zusatzbeitrag wird von Arbeitnehmern getragen

Dies führt seit Ende vergangenen Jahres zu der Forderung, die Beiträge zur Krankenversicherung wieder je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmer finanzieren zu lassen. Vor gut zehn Jahren wurde angesichts der schlechten Arbeitsmarktlage von Rot-Grün der Arbeitgeber-Anteil bei 7,3 Prozent eingefroren. Der allgemeine Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen müssen, liegt seither bei 14,6 Prozent. Die Kassen können seit vergangenem Jahr einen Zusatzbeitrag erheben, den dann aber allein die Mitglieder zu tragen haben. Der Zusatzbeitrag liegt für 2016 bei durchschnittlich 1,1 Prozentpunkten.

Krankenkassen-Finanzierung paritätisch verteilen

SPD-geführte Länder und Thüringen brachten am 29.1.2016 im Bundesrat auf Initiative von Rheinland-Pfalz einen Entschließungsantrag ein, die Krankenversicherung wieder insgesamt paritätisch auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu verteilen. Der Antrag ging zunächst in die Ausschüsse.

Die schwarz-rote Bundesregierung lehnt derzeit einen solchen Schritt ab. Allerdings dürften auch im Wahljahr 2017 die Zusatzbeiträge weiter steigen. Und in der SPD-Bundestagsfraktion gibt es Forderungen, die jetzige Regelung zu ändern.

Der Linken-Gesundheitsexperte Harald Weinberg rechnet mit weiter steigenden Zusatzbeiträgen. Er sagte: «Die Zusatzbeiträge belasten nur die Versicherten, sind daher ungerecht und müssen weg.»

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Schlagworte zum Thema:  Gesetzliche Krankenversicherung, Zusatzbeitrag, Krankenkassen-Finanzierung

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