30.10.2013 | Beitragssatz der Rentenversicherung

Rentenbeitrag könnte bald bei 18,3 % liegen

Mit welchen Rentenbeitragssatz ist ab 2014 zu rechnen?
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Chancen stehen gut: Nach Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung könnte der Rentenbeitragssatz ab 2014 um 0,6 Prozentpunkte auf 18,3 % sinken. Hinderungsgrund für einen niedrigeren Rentenbeitragssatz könnten die geplanten Mehrleistungen der Rentenversicherung sein.

Die gut gefüllten Rentenkassen geben nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) eine Beitragssatzsenkung von 18,9 % auf 18,3 % her. Die Senkung um 0,6 Prozentpunkte wäre die dritte Anpassung des Rentenversicherungsbeitrags nach unten in Folge und mit 18,3 % der niedrigste Wert seit 20 Jahren.

Mindereinnahmen für die Rentenversicherung in Milliardenhöhe

Obwohl rechnerisch möglich, müsste der niedrigere Beitragssatz zur Rentenversicherung aber noch durch die Bundesregierung beschlossen werden. Und genau diese Frage ist offen. Denn sowohl bei der Union als auch der SPD erhebt sich Widerstand. Die Senkung des Rentenbeitrags hätte Mindereinnahmen für die Rentenkasse von bis zu 7,4 Mrd. EUR zur Folge.

Beitragszahler profitieren von niedrigeren Rentenbeiträgen

Sinkt der Rentenversicherungsbeitrag um 0,6 Prozentpunkte, würden die Beitragszahler - also Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammen - um rund 6 Mrd. EUR im Jahr entlastet werden. Für einen Durchschnittsverdiener wären ab 2014 dann etwa 90 EUR weniger zu zahlen.

Weniger Rentenbeitrag vs. Mütterrente

Was kommen wird, ist offen und letztlich abhängig vom Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD. Denn wegen geplanter Leistungsverbesserungen der Rentenversicherung wird eine Beitragssenkung von beiden Seiten abgelehnt. Die Mindereinnahmen brächten geplante Verbesserung wie z. B. die Mütterrente in Gefahr.

Rücklage der Rentenkasse auf Rekordhoch

Die Rentenkasse ist nach Aussage der Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Rentenversicherung Bund, Alexander Gunkel "nach wie vor gut gefüllt". Ende des Jahres 2013 dürfte die Rücklage auf 31 Mrd. EUR angestiegen sein, ein neuer Rekordwert nach 29 Mrd. EUR Ende 2012.

DRV warnt vor Missbrauch der Rücklage für Mütterente

Wie seine Ko-Vorsitzende Annelie Buntenbach (DGB) warnte Gunkel vor einem Verbrauch der Rücklage für versicherungsfremde Leistungen wie bessere Mütterrenten (s. News v. 1.10.2013). Schon in wenigen Jahren würde dieser "Missbrauch" die Rücklage an die gesetzliche Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben (rund 3,5 Mrd. EUR) führen.

Gesetzesänderung zum Schutz der Rücklage

Laut Buntenbach sollte auch auf die rechnerisch mögliche Beitragssenkung verzichten werden. Stattdessen wäre besser per Gesetzesänderung die Deckelung der Rücklage von 1,5 Monatsausgaben anzuheben oder zu entfernen. Durch den "Deckel" muss nach gesetzlicher Vorgabe der Rentenbeitrag gesenkt werden, wenn die Rücklagen der Rentenversicherung 1,5 Monatsausgaben übersteigen.

Diese Obergrenze liegt derzeit bei etwa 26 Mrd. EUR. Eine Senkung des Rentenversicherungsbeitrags wäre also die logische Konsequenz.

Schlagworte zum Thema:  Deutsche Rentenversicherung, Rentenversicherung, Beitragssatz, Mütterrente, Rentenversicherungsnummer

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