26.08.2013 | Rentenversicherung

Doppelschlag: Mehr Rente für Mütter und Beitragssatzsenkung?

Plus in der Rentenkasse: Mehr Mütterrente und Beitragssatzsenkung
Bild: MEV-Verlag, Germany

Für höhere Mütterrenten ist dank prall gefüllter Rentenkassen finanzieller Spielraum da. Die CDU verspricht: Mütter sollen einen zusätzlichen Rentenpunkt und damit 28 EUR mehr Rente bekommen. Auch die Chancen für einen auf 18,4 % gesenkten Rentenbeitragssatz stehen gut.

Um die von der CDU geplante milliardenschwere Erhöhung der Mütterrente umzusetzen, ist nach Ansicht von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen genügend Geld da. Die jährlich 6,5 Mrd. EUR teure Erhöhung der Mütterrente könne aus der "prall gefüllten" Rentenkasse finanziert werden. "Da gibt es Spielraum, den wir uns dank des boomenden Arbeitsmarktes erarbeitet haben," sagte Ursula von der Leyen am 24.8.2013.

Mütterrente: Schnelle Umsetzung geplant

Nach den Plänen der CDU sollen die Änderungen "möglichst rasch" umgesetzt werden. Alle Mütter, auch die, die heute schon in Rente sind, sollen einen weiteren Entgeltpunkt erhalten, was etwa zusätzlichen 28 EUR pro Monat bei der Rente entspricht. Dieser weitere Rentenpunkt würde jährlich 6,5 Mrd. EUR kosten.

Höhere Mütterrente nur reine Wahlpropaganda?

Die Rechnung der CDU mit der Rente kann nicht aufgehen: Wenn die CDU den Rentenbeitrag senken wolle und den Steuerzuschuss kürze, werde bis 2017 aus den heutigen Überschüssen ein Defizit von 17,8 Mrd. EUR.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sprach von einer "Wahlkampflüge". Sie kritisierte, dass es "dann keine besseren Mütterrenten gibt, sondern sogar neue Rentenkürzungen für die jungen Generationen drohen". Ein solches Versprechen sei unverantwortlich.

Rentenkasse weiter auf Rekordkurs

Die "eiserne Reserve" der Rentenkasse bleibt laut einem Zeitungsbericht v. 24.8.2013 auf Rekordniveau: Ende Juli 2013 waren 28,24 Mrd. EUR in der sogenannten Nachhaltigkeitsrücklage, obwohl der Rentenbeitrag zum Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 % gesenkt wurde. Das waren 3 Mrd. EUR mehr als im Juli 2012 und der höchste Juli-Stand seit Jahrzehnten.

Höhe der Nachhaltigkeitsrücklage spricht für Beitragssatzsenkung

Die Rücklage würde für 1,59 Monatsausgaben der Rentenkasse reichen. Eine weitere Senkung des Rentenbeitrags auf 18,4 % zum Jahresbeginn 2014 wird damit immer wahrscheinlicher (s. News v. 5.7.2013). Laut Gesetz muss der Rentenbeitrag gesenkt werden, wenn die Rücklage zum Jahresende mehr als 1,5 Monatsausgaben beträgt.

Schlagworte zum Thema:  Mütterrente, Entgeltpunkte, Rentenversicherungsbeitrag, Beitragssatz

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