Minijob-Grenze 2020

Mit jeder Erhöhung des Mindestlohns dürfen Minijobber aufgrund der bestehenden Minijob-Grenze von 450 Euro weniger Stunden arbeiten und profitieren somit nicht von der Mindestlohnerhöhung. Ein Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums zum dritten Bürokratieentlastungsgesetz sieht eine Anhebung und Dynamisierung der Grenze vor.

Der 2015 eingeführte Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde. Auch zum 1. Januar 2020 erfolgt eine Erhöhung, dann auf 9,35 Euro. Das führt dazu, dass Minijobber - die versicherungs- und abgabenfrei bleiben wollen - immer kürzer arbeiten können, bis die Verdienstgrenze erreicht ist.

Dynamische Minijob-Grenze: Gesetzentwurf 2018 gescheitert

Bereits Ende 2018 sorgte ein Gesetzentwurf der FDP für Diskussionen beim Thema Minijob-Grenze. Das Bundesarbeitsministerium hatte damals der Anhebung der 450-Euro-Grenze eine Absage erteilt. Das Ministerium argumentierte, dass es immer Maßgabe gewesen sei, die Ausweitung der Minijobs zu begrenzen. Stattdessen sollten möglichst viele Menschen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben, auch im Hinblick auf die Altersabsicherung. Der damalige Gesetzentwurf sah vor, die Verdienstgrenze zu erhöhen und künftig an die Entwicklung des Mindestlohns zu koppeln. Der Bundesrat hatte in seiner Sitzung im November 2018 jedoch beschlossen, den Gesetzentwurf nicht beim Deutschen Bundestag einzubringen.

Bürokratieentlastungsgesetz III: Minijob-Grenze 2020 

In einem Eckpunktepapier des Bundeswirtschaftsministeriums zum dritten Bürokratieentlastungsgesetz vom Juni 2019 findet sich nun – als Maßnahme zum Schutz der Arbeitnehmer und im Sinne eines angemessenen Aufwands – beim Mindestlohn der Punkt "Anhebung und Dynamisierung der Minijob-Grenze". Darin wird die Anhebung der Verdienstgrenze von 450 Euro auf 500 Euro und die Koppelung der Verdienstgrenze an die Mindestlohnentwicklung thematisiert. 

Minijob-Grenze: Effekt der Erhöhung und Koppelung an den Mindestlohn

Laut dem Eckpunktepapier hätte die Erhöhung und Dynamisierung der Minijob-Grenze an den Mindestlohn den Effekt, dass es sich für 700.000 Beschäftigte lohnen würde, mehr zu arbeiten und mehr zu verdienen. Die Koppelung würde bewirken, dass mehr Stunden gearbeitet werden dürfen ohne die Minijob-Grenze zu reißen.

Noch kein Stichtag für Erhöhung der Minijob-Grenze

In Deutschland gibt es laut Bundesagentur für Arbeit rund 7,5 Millionen Minijobber. Zuletzt wurde die Verdienstgrenze für geringfügig Beschäftigte im Jahr 2013 von 400 Euro auf 450 Euro erhöht. Näheres zum zeitlichen Ablauf eines entsprechenden Gesetzgebungsverfahrens im Rahmen des dritten Bürokratieentlastungsgesetzes und zum Zeitpunkt des Inkrafttretens ist derzeit jedoch nicht bekannt.


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