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Angebote der Krankenkassen vor Wechsel genau prüfen

Versicherte sollten Preis-Leistungs-Verhältnis der Krankenkassen genau prüfen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ab Januar 2015 können Beitragszahler ihre Krankenkasse wechseln, wenn sie den Zusatzbeitrag nicht zahlen wollen. Hierzu haben sie ein Sonderkündigungsrecht. Experten raten Versicherten aber, nicht nur die Höhe des Zusatzbeitrages zu berücksichtigen, sondern das Preis-Leistungs-Verhältnis genau zu prüfen.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat Beitragszahler vor einem übereilten Wechsel ihrer Krankenkasse gewarnt.

Gesamtpaket der Krankenkasse muss stimmen

Die Versicherten sollten nicht nur auf die Höhe des Zusatzbeitrags achten, sondern auch die teilweise unterschiedlichen Leistungen berücksichtigen, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der Deutschen Presse-Agentur. «Das Gesamtpaket muss stimmen.» Die Kassenmitglieder bekommen mit der Neuregelung der Kassenfinanzierung ein Sonderkündigungsrecht, wenn ihre Krankenversicherung einen Zusatzbeitrag einführt oder ihn künftig - auch während des laufenden Haushaltsjahres - erhöht. Damit besteht für die Krankenkassen die Gefahr, dass Mitglieder zu billigeren Kassen abwandern.

Hinweispflicht der Krankenkassen auf Höhe des Zusatzbeitrags

Die Krankenkasse muss ihre Versicherten schriftlich auf den vom Ministerium ermittelten durchschnittlichen Zusatzbeitrag hinweisen sowie auf die Höhe des eigenen Zusatzbeitrages.

Zudem müssen die Kassen generell auf die Beitragsliste des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hinweisen. Sie ist unter http://www.gkv-zusatzbeitraege.de abrufbar. Die Werte werden aber erst vom 1. Januar an eingestellt.

Krankenkasse muss auf günstigere Angebote hinweisen

Wenn der eigene Zusatzbeitrag einer Kasse über dem Wert des Jahresdurchschnitts liegt, muss diese in ihrem Anschreiben an die Versicherten explizit darauf hinweisen, dass es günstigere Angebote gibt. Das muss sie bis Ende des Monats tun, der dem Monat der Einführung des (neuen) Zusatzbeitrags vorangeht.

Überschreitet eine Kasse die Fristen, kann das Mitglied sein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Zugang des verspäteten Hinweises ausüben. Die Kündigung gilt dann als in dem Monat erklärt, in dem der Zusatzbeitrag erhoben wird.

Bisher halten sich Krankenkassen bei Zusatzbeiträgen zurück

Vor diesem Hintergrund wollten die Kassen im ersten Jahr der Neuregelung kein Risiko eingehen und blieben weitestgehend im Rahmen des bisherigen Satzes von 15,5 Prozent. Allerdings erwarten sie in den folgenden Jahren zum Teil eine deutliche Steigerung des Zusatzbeitrages.

Der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub, sagte der dpa, es zeichne sich jetzt schon ab, dass die Ausgaben etwa im Krankenhausbereich oder für Apotheker und Arzneimittel kurz- und mittelfristig deutlich zulegen. Die GKV-Finanzen entwickelten sich jedoch erstmals seit Jahren spürbar schlechter. Straub geht davon aus, dass der durchschnittliche GKV-Beitragssatz 2016 bei mehr als 16 Prozent liegen werde.

Steigerung um 0,2 Beitragssatzpunkte pro Jahr erwartet

Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, sagte der dpa: «Es wird teurer, das ist die Wahrheit. Wir rechnen im Durchschnitt der Krankenkassen mit 0,2 Beitragssatzpunkten Steigerung im Jahr.» Bis zur Bundestagswahl 2017 seien dies dann 0,4 Prozentpunkte, also ein Beitragssatz von rund 16 Prozent, «Das wird die Politik nicht lustig finden.» Ob sie allerdings eingreifen wird, ist offen.

Schlagworte zum Thema:  Krankenkasse, Zusatzbeitrag, Leistung, Beitrag, Sonderkündigungsrecht

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