| Unfallversicherung

Kein Unfallversicherungsschutz bei Skiunfall auf Tagung

Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Verletzt sich ein Mitarbeiter beim Skifahren während einer Tagung, ist dies kein Arbeitsunfall. Lt. Hessisches LSG stehe das Skifahren in keinem inneren oder sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit des verunglückten Angestellten.

Der Fall

Ein 49-jähriger Mann stürzte im Rahmen einer Führungskräftetagung beim Skifahren und verletzte sich dabei an der Schulter. Der Mann aus dem Landkreis Offenbach, der die zentrale Kundenbearbeitung einer europaweit agierenden Firma leitet, beantragte daraufhin die Anerkennung als Arbeitsunfall.

Tagung stand nur begrenzten Beschäftigtenkreis offen

Die Berufsgenossenschaft lehnte dies ab. Der Unfall habe sich auf der Tagung während der Freizeitaktivitäten ergeben. Diese seien als unversicherte private Tätigkeiten einzustufen. Da die Tagung nur einem kleinen Kreis der insgesamt 280 Beschäftigten offen gestanden habe, bestehe auch unter dem Aspekte der betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung kein Versicherungsschutz.

Kein innerer oder sachlicher Zusammenhang

Die Richter beider Instanzen folgten der Argumentation der Berufsgenossenschaft. Das Skifahren habe in keinem inneren oder sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit des verunglückten Angestellten gestanden. Vielmehr habe dies im Rahmen des vom Tagesordnungsprogramm abgegrenzten Freizeitbereichs stattgefunden. Die Teilnahme hieran sei nicht verbindlich gewesen. Der maßgebliche Vormittag habe zur freien Verfügung gestanden. Dementsprechend seien auch nur 9 der insgesamt 18 Tagungsteilnehmer Alpin-Ski gefahren.

Auch bei Finanzierung des Unternehmens kein Unfallversicherungsschutz

Urlaubs- und Freizeitaktivitäten wie auch sportliche Betätigungen stünden, auch wenn das Unternehmen sie finanziere, nicht unter dem gesetzlichen Versicherungsschutz. Denn der Arbeitgeber könne nicht darüber bestimmen, welche Verrichtungen in dem erforderlichen sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit stünden. Daher komme es auch nicht darauf an, ob der Arbeitgeber den Skipass bezahle oder für die Tagungsteilnahme Urlaubstage angerechnet würden.

Eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung habe ebenfalls nicht vorgelegen, da die Teilnahme nicht allen Beschäftigten offen gestanden habe.

(Hessisches LSG, Urteil v. 20.07.2015, L 9 U 69/14 – Die Revision wurde nicht zugelassen).

Weitere News zum Thema:

Unfallversicherung bei Schul-Party nicht ausgeschlossen

Auf dem Arbeitsweg falsch abgebogen: Arbeitsunfall?

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsunfall, Unfallversicherung

Aktuell

Meistgelesen