Insolvenzgeldumlage 2021: Umlage U3

Die Insolvenzgeldumlage wurde zuletzt zum 1. Januar 2018 von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent gesenkt. Im Jahr 2021 steigt die Umlage auf 0,12 Prozent. Das geht aus dem Beschäftigungssicherungsgesetz hervor, welches am 27. November 2020 vom Bundesrat gebilligt wurde.

Insolvenzgeldumlagepflicht für alle Arbeitgeber

Die Insolvenzgeldumlage ist mit wenigen Ausnahmen von allen Arbeitgebern für jeden Arbeitnehmer zu zahlen. Für die Umlagepflicht ist die Größe, Branche und Ertragslage des Betriebes irrelevant.

Wer muss Insolvenzgeldumlage zahlen?

Grundsätzlich besteht für alle Arbeitgeber, die Arbeitnehmer im Inland beschäftigen, die Verpflichtung zur Zahlung der Insolvenzgeldumlage. Auch eine Bagatellgrenze gibt es nicht.

Insolvenzgeldumlage: Ausnahmen

Ausländische Saisonarbeitskräfte weisen mit der Bescheinigung A 1 nach, dass sie den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften ihres jeweiligen Heimatlands unterliegen. Für diese ausländischen Saisonarbeitskräfte gelten weiterhin die sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften ihres Heimatlandes. Eine Insolvenzumlagepflicht  besteht für diese Personen nicht. 

Mehr zur Berücksichtigung besonderer Arbeitgeber und Personengruppen bei der Insolvenzgeldumlage lesen Sie hier.

Was ist Insolvenzgeld?

Im Falle einer Insolvenz sichert das Insolvenzgeld die Entgeltansprüche des Arbeitnehmers gegenüber dem zahlungsunfähigen Arbeitgeber. Die Insolvenzgeldumlage dient vorrangig der Finanzierung ausgefallener Entgeltansprüche des Arbeitnehmers im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers. Aus dem Umlagetopf werden auch die Einzugsstellen der Sozialversicherung bedient, wenn der Arbeitgeber wegen der insolvenzbedingten Zahlungsunfähigkeit seinen Beitragsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Insolvenzgeldumlage 2021: Bemessungsgrundlage

Die Insolvenzgeldumlage wird nach dem laufenden und einmaligen Arbeitsentgelt bemessen. Konkret von dem Entgelt, von dem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Falle des Bestehens von Rentenversicherungspflicht zu zahlen wären. Sie ist für alle im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden aufzubringen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie rentenversicherungspflichtig, rentenversicherungsfrei oder von der Rentenversicherungspflicht befreit sind. Sie ist also z. B. auch für 450-Euro-Minijobber und kurzfristige Minijobber zu zahlen.

Insolvenzgeldumlage 2020

Die Insolvenzgeldumlage ist gesetzlich im § 360 SGB III mit 0,15 Prozent festgeschrieben. Per Rechtsverordnung wurde der Umlagesatz aufgrund der günstigen Rücklagen zuletzt zum 1. Januar 2018 von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent reduziert.

Insolvenzgeldumlage 2021: Umlagesatz steigt

Im Jahr 2021 steigt die Insolvenzgeldumlage auf 0,12 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts. Das geht aus dem Gesetz zur Beschäftigungssicherung infolge der Covid-19-Pandemie hervor. Der Bundesrat hat das Gesetz am 27. November 2020 gebilligt.

Ab dem 1. Januar 2022 soll der Umlagesatz 0,15 Prozent betragen, sofern kein abweichender Umlagesatz durch Rechtsverordnung (§361 Nr. 1 SGB III) festgesetzt wird.

Berechnung Insolvenzgeldumlage: Beispiel

Summe des dem Grunde nach rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts aller Arbeitnehmer und Auszubildenden pro Monat: 25.000 Euro

Insolvenzgeldumlage:

Höhe der Insolvenzgeldumlage:
25.000 Euro x 0,12 Prozent = 30 Euro

Im Beitragsnachweisdatensatz ist die Insolvenzgeldumlage mit der Beitragsgruppe 0050 zu berücksichtigen.

Insolvenzgeldumlage: Befreiung

Folgende Arbeitgeber sind von der Insolvenzgeldumlage befreit, weil sie quasi nicht insolvent werden können:

  • Bund, Länder und Gemeinden
  • Körperschaften-, Stiftungen-, und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts, wenn die Zahlungsfähigkeit kraft Gesetzes durch Bund, Länder oder Gemeinden gesichert ist
  • Als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisierte Religionsgemeinschaften und ihre gleiche Rechtstellung genießende Untergliederungen
  • Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
  • Botschaften und Konsulate ausländischer Staaten in der Bundesrepublik Deutschland
  • Wohnungseigentümergemeinschaften, für die ein Insolvenzverfahren nach § 11 Abs. 2 des Gesetz über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht (WoEigG) ausgeschlossen ist und
  • Privathaushalte.

Alle relevanten HR-Themen zum Jahreswechsel 2020-2021 finden Sie in dieser Übersicht.


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