21.08.2012 | Krankenversicherung

Immer weniger Menschen ohne Krankenversicherungsschutz

Krankenversicherungssystem erfasst fast alle Bundesbürger.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Versicherungspflicht scheint zu greifen: Nur noch 0,2 % der Bundesbürger hatten 2011 keine Krankenversicherung.

Insgesamt waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) v. 20.8.2012 im vergangenen Jahr rund 137 000 Personen nicht krankenversichert und besaßen auch keinen sonstigen Anspruch auf Krankenversorgung. Gegenüber 2007 ging die Zahl der nicht krankenversicherten Personen damit um 30 % zurück. Damals hatten 196 000 Menschen in Deutschland keinen Anspruch auf Krankenversorgung. Die Daten basieren auf der Grundlage des alle 4 Jahre erhobenen Zusatzprogramms „Angaben zur Krankenversicherung“ im Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland und Europa.

Geschlechterspezifische Unterschiede

Von den Personen ohne Krankenversicherungsschutz waren knapp 2 Drittel Männer (85.000 Personen), 38 % waren Frauen (52.000 Personen). Gegenüber 2007 ging jedoch die Zahl der nicht krankenversicherten Männer stärker zurück (– 36 %) als die der nicht krankenversicherten Frauen (– 17 %).

Bestimmte Personengruppen sind stärker betroffen

Selbstständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige) sowie erwerbslose Personen hatten – wie vor 4 Jahren – besonders häufig keinen Krankenversicherungsschutz. Jeweils rund 0,8 % der Selbstständigen sowie der Erwerbslosen waren im Jahr 2011 nicht krankenversichert. Damit waren diese beiden Personengruppen in etwa viermal so häufig ohne Krankenversicherungsschutz wie die Bevölkerung insgesamt.

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung Deutschlands waren nur weniger als 0,2 % nicht krankenversichert.

Erfolg der eingeführten Krankenversicherungspflicht

Bei der Interpretation der Ergebnisse im Zeitvergleich ist zu berücksichtigen, dass im Zuge der Gesundheitsreform 2007 – schrittweise bis 2009 – eine Krankenversicherungspflicht für Personen ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall eingeführt wurde. Daneben wurden die privaten Krankenversicherungen (PKV) damals verpflichtet einen Basistarif anzubieten. Dieser darf nicht mehr kosten als der Höchstbeitrag bei den gesetzlichen Versicherungen - 2012 sind das laut Bundesgesundheitsministerium 593 EUR pro Monat.

PKV-Basistarifversicherte sind ein "Minusgeschäft"

Nach Zählung des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) haben seither von dieser Möglichkeit 9.300 Menschen, die vorher nicht versichert waren, Gebrauch gemacht. Nicht alle Rückkehrer wählten den Basistarif, manche schließen auch eine normale private Versicherung ab, wie viele ist nicht bekannt. Betriebswirtschaftlich aber rechnen sich diese Neukunden nicht, wie PKV-Sprecher Stephan Caspary erklärt.

GKV-Rückkehr ist nur in die letzte gesetzliche Versicherung möglich

Die gesetzlichen Kassen haben es besser: Sie dürfen zwar niemanden wegen seines schlechten Gesundheitszustands ablehnen, aber sie müssen keinen aufnehmen, der zuvor privat versichert war. "Ein Rückkehrrecht gibt es nur in die jeweils letzte Versicherung", erklärt Ann Marini vom GKV-Spitzenverband.

Detaillierte Ergebnisse zum Thema enthält die Fachserie 13, Reihe 1.1 „Angaben zur Krankenversicherung – Ergebnisse des Mikrozensus 2011“.

Schlagworte zum Thema:  Krankenversicherung, Rückkehrer, Basistarif

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