21.02.2012 | Versicherungen & Beiträge

Entgeltmeldung für die Unfallversicherung

Immer wieder Anlass zu Fragen wirft der jährliche Lohnnachweis für die gesetzliche Unfallversicherung auf, wenn es um die geleisteten Arbeitsstunden geht.

Die Direktmeldung, die in einer Übergangsphase auch für 2011 noch an die zuständige Berufsgenossenschaft zu senden ist, erfasst die geleisteten Arbeitsstunden grundsätzlich auf Unternehmensebene (ggf. unterteilt nach Gefahrklassen oder Personengruppen; das kann je nach Betriebsgröße und Unfallversicherungsträger unterschiedlich sein). Parallel müssen alle Unternehmen die Daten zur gesetzlichen Unfallversicherung auch im SV-Meldeverfahren („DEÜV-Meldeverfahren“) an die Datenannahmestellen melden. Mit der Jahresmeldung (Termin: 15.4.2012 für das Kalenderjahr 2011) müssen für jeden Mitarbeiter die jeweiligen individuellen Daten zur Unfallversicherung gemeldet werden.

Übereinstimmung zwischen beiden Meldungen

Idealerweise ergibt sich bei einer Kontrolle der gemeldeten Arbeitsstunden eine Übereinstimmung zwischen beiden Meldungen: Die Summe der zur Unfallversicherung beitragspflichtig gemeldeten Entgelte aller einzelnen Arbeitnehmer aus den DEÜV-Meldungen sollte möglichst mit den Arbeitsstunden auf Unternehmensebene im Lohnnachweis übereinstimmen.

Ausfallzeiten dürfen nicht gemeldet werden

Für die Ermittlung der Arbeitsstunden haben die Unfallversicherungsträger zwar einer unbürokratischen Vorgehensweise zugestimmt, doch es gibt einiges zu beachten. Grundsätzlich gilt, dass Arbeitgeber auf die bei ihnen ohnehin vorhandenen Daten zurückgreifen können, gleich ob maschinelle oder manuelle Aufzeichnungen die Grundlage bilden. Damit ist auch bereits klargestellt, dass die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden anzugeben sind und nicht etwa die Soll-Arbeitszeit. Daraus folgt weiterhin, dass Fehlstunden und Ausfallzeiten wegen Krankheit, Urlaub, Feiertagen etc. nicht gemeldet werden dürfen. Für Urlaubs- und Arbeitsunfähigkeitszeiten ist auf konkrete Aufzeichnungen auch dann abzustellen, wenn diese außerhalb einer automatisierten Zeiterfassung geführt werden.

Sollwerte oder Vollarbeiterrichtwert als Alternativen

Wenn es keinerlei Aufzeichnungen – weder maschinell noch schriftlich – gibt, können die arbeits- bzw. tarifvertraglichen Sollwerte gemeldet werden. Nur wenn auch dies nicht möglich ist, kann auf den Vollarbeiterrichtwert zurückgegriffen werden. Dieser Wert ist von der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) für das Kalenderjahr 2011 auf 1.570 Stunden festgelegt worden. Zu melden ist der Anteil des Arbeitnehmers an diesem Richtwert, d. h. bei nicht ganzjähriger bzw. nicht ganztägiger Beschäftigung ist ein entsprechender Anteil des Vollarbeiterrichtwertes zu melden. Wichtig: der Vollarbeiterrichtwert ist bereits um einen pauschalen Wert von Krankheits- und Urlaubsstunden gekürzt.

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