09.06.2011 | Versicherungen & Beiträge

City-BKK: Krankengeldbezieher sollten nicht passiv abwarten

Bei jedem Krankenkassenwechsel sollten insbesondere Bezieher von laufenden Geldleistungen sowie Patienten in Serienbehandlungen aktiv werden und kommunikativ sein. Sonst drohen Nachteile - nicht nur bei der City-BKK.

Bei der Abwicklung der Pleite-Kasse City BKK seien laut Presseberichten neue Probleme aufgetaucht. Entgegen früherer Aussagen der Behörden könnten Versicherte nach Informationen der "Berliner Zeitung" monatelang ohne Kassenleistungen dastehen, wenn sie sich nicht umgehend eine neue Krankenkasse suchen. Es bestehe die Gefahr "größerer Versorgungslücken", zitiert das Blatt am 9.6.2011 aus einem Papier mehrerer Kassenverbände. So würden laufende Geldzahlungen wie Pflege- und Krankengeld zunächst nicht mehr überwiesen. Außerdem behandelten die Ärzte nur noch gegen Privatrechnung, da die Versichertenkarte nicht mehr gültig sei.

"Konzept" der Kassenverbände: "City BKK in Abwicklung" als Lösung?

Die Kassenverbände, unter ihnen der AOK-Bundesverband, haben dem Bericht zufolge daher ein neues Konzept entwickelt. So solle die City BKK nicht zum 1. Juli geschlossen werden, sondern als "City BKK in Abwicklung" noch einige Monate weiter arbeiten. Damit solle ein "nahtloser Leistungsübergang" sichergestellt werden.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zeigte sich grundsätzlich offen für eine Lösung des Problems. "Gemeinsam mit den Krankenkassen sind wir uns einig, dass ein nahtloser Übergang für alle Leistungen und Leistungsansprüche gewährleistet sein muss. Entsprechende Vorbereitungen werden derzeit getroffen", bestätigte er der "Berliner Zeitung".

Insider sind über derartige Meldungen bzw. Forderungen etwas verwundert. Ob es wirklich solcher Maßnahmen bedürfe, sei ihrer Ansicht nach fraglich. In jedem Fall müssten aber bei der City BKK Leistungsakten und eine gewisse Mindestanzahl an Mitarbeitern noch für einige weitere Zeit zugänglich bzw. erreichbar bleiben. Nur wenn dies nicht gewährleistet sei, müssten dringend entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

City-BKK-Versicherte: Passivität kann zu großen Nachteilen führen

Bei jedem anderen Kassenwechsel müssen Bezieher von Krankengeld und ähnlichen Leistungen auch um einen möglichst raschen und reibungslosen Übergang der Leistungsbearbeitung bemüht sein. Dies setzt in jedem Fall ein gewisses Maß an Aktivität und Kommunikation beim betroffenen Voraus. Bei der City-BKK liege ihrer Ansicht nach also keine Sonderkonstellation vor. Betroffene, die sich passiv verhalten, hätten überall Nachteile zu befürchten, bei der City-BKK wie auch anderswo.

Die Versicherten der City BKK haben offiziell bis Mitte Juli 2011 Zeit, sich eine neue Kasse zu wählen. Experten raten ihnen dringend, möglichst sofort eine neue Kasse zu wählen, also noch im Juni 2011. Lassen Versicherte den Termin Mitte Juli 2011 verstreichen, suchen der Arbeitgeber, die Bundesanstalt für Arbeitoder die Rentenversicherung eine neue Kasse aus und melden den Versicherten dort an. Das könne aber bis Mitte August 2011 oder sogar noch länger dauern, heißt es in dem Bericht. Betroffene sollten durch ihre Passivität besser nicht einen solchen Schritt provozieren, sondern vielmehr frühzeitig selbst bei der Bestimmung der künftigen Krankenkasse aktiv werden, raten Experten.

Bloß nicht passiv bleiben: Was Betroffene tun sollten

Klar ist, dass Versicherte in laufendem Leistungsbezug (Krankengeld, Mutterschaftsgeld, laufende Serienbehandlungen etc.) erst recht um eine möglichst frühzeitige Klärung der Kassennachfolge bemüht sein müssen. Während den übrigen Versicherten anderenfalls kaum Nachteile drohen, haben Empfänger von Entgeltersatzleistungen bzw. Patienten in Langzeittherapien einen Ausfall von Geldzahlungen bzw. bei der Kostenübernahme von Behandlungen zu befürchten, sollte zum 1. Juli 2011 noch keine Nachfolgekasse bestimmt worden sein. Hier haben Betroffene es also selbst in der Hand, sich unnötige Probleme zu ersparen, in dem sie noch im Juni 2011 eine neue Kasse wählen. Die neue Kasse tritt dann nahtlos zum 1. Juli 2011 in die Rechte und Pflichten der bisherigen Kasse ein.

Sollten Betroffene erst spät bzw. zu spät eine neue Kasse wählen, so zahle diese zwar grundsätzlich auch rückwirkend. Aber zumindest bei bereits angefallenen Privatrechnungen der Ärzte würden die Versicherten dann in aller Regel auf nicht unerheblichen Kosten sitzen bleiben.

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