| Versicherungen & Beiträge

BKK für Heilberufe wird geschlossen

Die BKK für Heilberufe wird Ende des Jahres dicht gemacht. Die 113.000 Versicherte müssen sich eine andere Krankenkasse suchen. Nach dem Willen der Verantwortlichen soll dies reibungslos klappen - anders als beim Debakel nach der Schließung der City BKK.

Als zweite gesetzliche Krankenkasse ist die BKK für Heilberufe am Ende. Das Bundesversicherungsamt (BVA) wird die finanziell angeschlagene Krankenkasse wie erwartet zum Jahresende schließen. Sanierungsmaßnahmen hätten letztlich nicht zum Erfolg geführt, teilte BVA-Präsident Maximilian Gaßner am 2.11.2011 in Bonn mit.

Die anderen gesetzlichen Krankenkassen seien nun verpflichtet, die Versicherten aufzunehmen. Ein Desaster wie bei der Schließung der City BKK, als Mitglieder massenweise von anderen Krankenkassen abgewimmelt wurden, dürfe sich nicht wiederholen.

Krankenkassen werden in die Pflicht genommen

"Sollte es wieder Krankenkassen geben, die sich rechtswidrig verhalten und versuchen, Versicherte abzuwimmeln, wird das BVA mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen", kündigte Gaßner an. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) äußerte: "Die Krankenkassen haben jetzt die Chance, ihren Imageschaden zu korrigieren." Sie müssten Versicherte ohne Ansehen von Alter und Gesundheit aufnehmen.

Die Bundesregierung will gegen Kassenvorstände künftig Geldstrafen verhängen, wenn Versicherte abgewimmelt werden. Der GKV-Spitzenverband und der Ersatzkassenverband vdek äußerten sich am 2.11.2011 zuversichtlich, dass ein Kassenwechsel für die rund 113.000 verbliebenen Mitglieder der BKK für Heilberufe reibungslos vonstattengehen werde. Die BARMER GEK als größte gesetzliche Kasse sieht sich auf die Aufnahme der Versicherten optimal vorbereitet.

Kassenschließung wird teuer

Nach Angaben des BVA hat die BKK für Heilberufe bereits seit mehreren Jahren - schon vor Einführung des Gesundheitsfonds - unter wirtschaftlichen Problemen und Mitgliederschwund gelitten. Der BKK Bundesverband rechnet mit Schließungskosten von 53 Mio. EUR, die zulasten des BKK Haftungsverbundes gingen.

Information der Versicherten läuft

Die BKK für Heilberufe wollte nach Angaben eines Sprechers noch am 2.11.2011 Briefe an ihre Mitglieder verschicken, um sie über die bevorstehende Schließung zu informieren. Beigelegt werde auch eine Liste mit allen wählbaren Krankenkassen in Deutschland. Der Versicherungsschutz bei der BKK für Heilberufe bleibt bis zum 31.12.2011 bestehen. Die Versicherten sollten ihren Kassenwechsel aber möglichst bald in die Wege leiten, damit sie rechtzeitig ihre neue Versichertenkarte erhalten.

Aktuell

Meistgelesen