Betriebsrente: Entlastung bei Krankenkassenbeiträgen

Bei der Auszahlung von Betriebsrenten gibt es für viele Senioren ein böses Erwachen: Der volle Beitrag zur Krankenkasse wird fällig. Künftig soll ein Freibetrag den Effekt deutlich abmildern.

Betriebsrentner in Deutschland sollen ab dem kommenden Jahr deutlich weniger Beiträge für die Krankenkasse zahlen müssen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) legte dafür eine Gesetzesformulierung vor.

Betriebsrente: Zurzeit volle Krankenversicherungsbeiträge fällig

Auf ihre Betriebsrente müssen die Bezieher der Altersbezüge heute unter anderem den vollen Satz für die Krankenkasse zahlen, derzeit 14,6 Prozent und nicht nur den Arbeitnehmeranteil von 7,3 Prozent. Hinzu kommen der Zusatzbeitrag von derzeit im Schnitt 0,9 Prozent und die Beiträge für die Pflegeversicherung (3,05 Prozent) plus ein etwaiger Beitragszuschlag für Kinderlose von 0,25 Prozentpunkte. Bislang gibt es nur eine Freigrenze von 155,75 Euro. Wer mehr Betriebsrente bekommt, musste auf die komplette Betriebsrente die kompletten Beiträge zahlen.

Ab 1. Januar 2020 gilt Freibetrag bei Betriebsrenten

Ab 1. Januar 2020 soll laut dem Spahn-Entwurf nun ein Freibetrag von 159 Euro für die Krankenkassenbeiträge gelten. Erst ab dieser Höhe werden dann überhaupt Beiträge auf die Betriebsrente fällig. Da bei 60 Prozent der Betriebsrentner die Bezüge unter 318 Euro liegen, wirkt sich dies künftig faktisch so aus, als müsste nur noch der halbe Beitragssatz gezahlt werden. Die weiteren 40 Prozent sollen durch den Freibetrag spürbar entlastet werden.

Betriebsrente: Freibetrag steigt mit Lohnentwicklung

Bezieher von Betriebsrenten erhalten ab einer Höhe von 159 Euro monatlich eine Entlastung von rund 300 Euro pro Jahr. Der Freibetrag soll jährlich in etwa mit der durchschnittlichen Lohnentwicklung steigen.

Krankenversicherung: Beitragsausfälle von 1,2 Milliarden Euro

Der gesetzlichen Krankenversicherung entgehen durch die Neuregelung 1,2 Milliarden Euro jährlich. Das Geld soll zunächst aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds kommen, der Geldsammelstelle der Krankenversicherung. Ab dem Jahr 2024 müssen die Krankenkassen die Beitragsausfälle in voller Höhe tragen. Die Krankenkassen forderten eine Gegenfinanzierung aus Steuermitteln. Zuletzt hatten knapp 18 Millionen Beschäftigte Anwartschaften auf betriebliche Altersvorsorge.

dpa/Haufe Online Redaktion
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