28.06.2013 | Beitragssatzsenkung

Niedrigerer Rentenbeitrag 2014 rückt in Sichtweite

Zahlen künftige Rentner die Zeche für eine Beitragssenkung?
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine Senkung des Rentenbeitrags zu Beginn kommenden Jahres wird immer wahrscheinlicher. Angesichts der guten Einnahmesituation hält auch die Deutschen Rentenversicherung einen solchen Schritt für möglich. Bislang beträgt der Beitragssatz 18,9 %. Sinken könnte er auf 18,6 %.

Obwohl noch nichts entschieden ist, streitet die Union schon darüber. Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Bund, Annelie Buntenbach sagte «Nach heutigem Stand der Vorausberechnungen besteht ein erkennbarer Spielraum für eine weitere Beitragssatzsenkung. Das wäre dann die dritte Senkung des Beitragssatzes in Folge».

Beitragsermäßigung auf 18,6 %?

Sie knüpfte damit an Spekulationen an, nach denen der Rentenbeitrag im kommenden Jahr von derzeit 18,9 auf 18,7 oder gar 18,6 % sinken könnte. Ein finanzieller Einbruch - der dies verhindern würde - ist nach den Worten Buntenbachs nicht erkennbar. Sie vertritt die Gewerkschaften an der Spitze der Rentenversicherung.

Milliardenschwere Ausgaben der Rentenkasse

Obwohl nichts entschieden ist, mit den Plänen für bessere Mütter- und Erwerbsminderungsrenten auf die Rentenkassen aber neue milliardenschwere Ausgaben zukommen, gibt es darüber in der Union wieder Streit.

CDU-Wirtschaftsflügel fordert Beitragssenkung

Der CDU-Wirtschaftsflügel pocht auf Beitragssenkung, im Zweifel zu Lasten der Mütterrente. «Wir haben immer gesagt, dass Überschüsse in der Rentenkasse nicht zur Finanzierung dauerhafter neuer finanzieller Belastungen, und das wäre bei der Ausweitung der Mütterrenten der Fall, herangezogen werden dürfen», sagte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk.

Einnahmen der Rentenkasse nicht rückläufig

Buntenbach wies darauf hin, dass die Einnahmen der Rentenkasse trotz der deutlichen Beitragssatzsenkung zu Jahresbeginn von 19,6 auf 18,9 % bislang um 0,7 % zulegten. Gerechnet wurde mit einem Rückgang. Eine Beitragssenkung ist nach dem Gesetz fällig, wenn die Rücklagen der Rentenkasse 1,5 Monatsausgaben übersteigen. Aktuell sind es 1,57 Monatsausgaben.

SPD lehnt Senkung der Rentenbeiträge ab

Das Mitglied im Kompetenzteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, Klaus Wiesehügel, warf Schwarz-Gelb vor, die Rücklagen der Rentenkasse zu «verpulvern». Für kurzfristige Wahlgeschenke gefährde die Koalition die langfristige Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung. «Am Ende zahlen Beitragszahler und künftige Rentner die Zeche.» Die SPD lehne eine Senkung der Rentenbeiträge ab.

Schlagworte zum Thema:  Beitragssatz, Deutsche Rentenversicherung, Rente

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