24.04.2014 | Arbeitsunfall bei Entsendung

Bei Entsendung ins Ausland gesetzlich unfallversichert

Die Entsendung in einen Zoo in Vietnam ist unfallversichert
Bild: PhotoDisc Inc.

Sofern die Entsendung eines Arbeitnehmers ins Ausland vertraglich im Voraus zeitlich begrenzt ist, gelten die Vorschriften der deutschen Sozialversicherung. Dies gilt auch für die gesetzliche Unfallversicherung.

So entschied das Hessische Landessozialgericht (L 3 U 167/11). Der Schutz gilt auch dann, wenn der Auslandseinsatz des Mitarbeiters nur indirekt von seinem Arbeitgeber finanziert wird.

Unfallkasse lehnt Anerkennung als Arbeitsunfall ab

Ein Tierpfleger des Leipziger Zoos wurde in dem Streitfall für das Projekt eines vietnamesischen Nationalparks freigestellt. Der Zoo in Leipzig unterstützt das Projekt finanziell. Der Mann sollte in Vietnam die einheimischen Tierpfleger schulen. Bei einem Unfall während seiner Tätigkeit dort verlor der Mann ein Bein. Die Unfallkasse lehnte eine Anerkennung als Arbeitsunfall ab. Der Tierpfleger begründete seine Klage gegen diese Entscheidung damit, dass der Leipziger Zoo seine Tätigkeit vor Ort bezahlt habe.

Unfallversicherung bei Entsendung

Die Klage war erfolgreich. Der Mann sei trotz der Freistellung weiter bei dem Zoo in Leipzig beschäftigt, befanden die Richter. Schließlich sei der Zoo bei der Personalauswahl beteiligt gewesen und habe seine finanzielle Unterstützung vom Einsatz seines Tierpflegers abhängig gemacht. Die Zahlungen hätten ausschließlich der Finanzierung der dortigen Stelle gedient. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass der Mann das Geld direkt vom vietnamesischen Nationalpark erhalten habe. Auch habe der Zoo die Reise- sowie die Impfkosten bezahlt. Zudem sollte der Tierpfleger direkt nach seiner Tätigkeit in Vietnam wieder im Leipziger Zoo weiterarbeiten.

Schlagworte zum Thema:  Gesetzliche Unfallversicherung, Arbeitsunfall, Entsendung

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