04.10.2013 | Private Altersvorsorge

Riesterrente: Erfolgsmodell oder Auslaufmodell?

Flaute bei der Riesterrente, nur Wohnriester boomt
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bei der Riesterrente herrscht andauernde Flaute: Nur noch wenige neue Riesterrenten-Verträge werden abgeschlossen, zahlreiche Verträge ruhen. Grund sind niedrige Zinsen und der Unsicherheitsfaktor Finanzmarktkrise. Das BMAS wirbt für die private Altersvorsorge per Riesterrente.

Im ersten Halbjahr 2013 wurden nur noch 79.000 neue Riesterrenten-Verträge abgeschlossen. Die Zahl der staatlich geförderten Riesterrenten-Verträge erhöhtes sich damit auf insgesamt 15,76 Millionen. Diese Zahlen veröffentlichte das Bundesarbeitsministerium (BMAS) in Berlin hervor. Den Anteil der ruhend gestellten Riesterrenten-Verträge wird vom BMAS auf etwa 20 % geschätzt.

Positiver Trend nur bei Wohn-Riester
Einzige positive Bilanz ist bei den sog. Wohn-Riester-Verträgen zu verzeichnen. Hier stieg die Nachfrage. Wohn-Riester-Verträge können für eigengenutze Immobilien verwendet werden.

BMAS empfiehlt Riester-Sparen zur Altersvorsorge

Das BMAS sieht die stagnierende Zahl von neuen Riesterrenten-Verträge in der Niedrigzinsphase und der durch die Finanzmarktkrise verursachten Unsicherheit begründet. Nach dem BMAS seien Riester-Renten jedoch auf lange Sicht der richtige Weg, für die Altersvorsorge, sagte eine Sprecherin. Daher will das BMAS in 2 Punkten aktiv werden:

  • Es soll für mehr Transparenz bei den Anbietern gesorgt werden.
  • Es sollen weitere Anreize geschaffen werden, die zeigen, dass sich Riester-Sparen lohnt.

Hintergrund der Riesterrenten-Krise

Durch die Riester-Rente sollen Abstriche bei der gesetzlichen Rente durch Eigenvorsorge ausgeglichen werden. Zu diesem Zweck wurden seit der Einführung bis Ende 2011 jährlich 1 Millionen oder mehr neue Riesterrenten-Verträge gemeldet. Zuletzt kam die Riesterrente in Kritik. Vorgeworfen wurden immer wieder an niedrige Renditen und zu hohe Kosten.

Erfolgsmodell Riesterrente?

Trotz nachlassender Nachfrage sieht der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) in der Riesterrente einen Erfolg. Die Rendite mit Überschussbeteiligung in den Riesterrenten-Verträgen liege bei über 3 %. Das biete "kein anderes Finanzprodukt bei vergleichbarer Sicherheit", sagte ein GDV-Sprecher. Er forderte, Förderhöchstgrenzen und Zulagen zu erhöhen.

Schlagworte zum Thema:  Altersvorsorge, Riester-Rente

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