Gesetzlicher Mindestlohn 2020: 9,35 Euro

Der gesetzliche Mindestlohn steigt am 1. Januar 2020 von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro. Damit wird die Lohnuntergrenze in der zweite Stufe angepasst, wie die Bundesregierung zuvor auf Vorschlag der Mindestlohnkommission beschlossen hat. 

Die zuständige Mindestlohn-Kommission hatte 2018 vorgeschlagen, den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn in zwei Stufen zu erhöhen. Die Bundesregierung hat in der Folge die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns dem Vorschlag entsprechend beschlossen. Damit ist der Mindestlohn zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde gestiegen. In zweiter Stufe steigt der Mindestlohn zum 1. Januar 2020 weiter auf 9,35 Euro.

Mindestlohn 2020: Kommission entscheidet alle zwei Jahre

Die Kommission, die frei von politischer Einflussnahme entscheiden soll, legt die Höhe alle zwei Jahre neu fest. Dies ist 2020 wieder der Fall. Außer dem Vorsitzenden gehören dem Gremium je drei Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeber sowie zwei beratende Wissenschaftler an. Zum ersten Mal war die Lohnuntergrenze bereits 2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angehoben worden. In mehreren Branchen gibt es zudem Mindestlöhne, die über der allgemeinen Untergrenze liegen.

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer - außer für Langzeitarbeitslose nach Aufnahme einer Arbeit in den ersten sechs Monaten. Auch für Azubis, bei Pflichtpraktika oder Praktika unter drei Monaten gilt er nicht.

Mindestlohn orientiert sich am Tariflohn und letzten Tarifabschlüssen

Konkret entsprach die erste Anhebungsstufe 2019 auf 9,19 Euro brutto pro Stunde genau dem Betrag, der sich rechnerisch aus dem Tariflohn-Index des Statistischen Bundesamts für 2016 und 2017 ergab. In die jetzt anstehende zweite Anhebungsstufe 2020 auf 9,35 Euro sind auch noch Tarifabschlüsse aus dem ersten Halbjahr 2018 eingeflossen - vor allem am Bau, in der Metall- und Elektroindustrie und im Öffentlichen Dienst. Letzterer soll aber wieder herausgerechnet werden, wenn im kommenden Jahr über die nächste Anhebung des Mindestlohns zum 1. Januar 2021 entschieden wird. Ausgangsbasis der Folgeberechnung soll deswegen dann ein Niveau von 9,29 Euro sein.


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dpa
Schlagworte zum Thema:  Mindestlohn, Aushangpflichtige Gesetze