| Sorgerecht

Viele Sorgerechtsentzüge wegen Gefährdung des Kindeswohls

Die steigende Zahl der Sorgerechtsentzüge stimmt bedenklich.
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer häufiger entziehen deutsche Familiengerichte Eltern das Sorgerecht wegen Gefährdung des Kindeswohls. Im Jahr 2011 waren es doppelt so viele Fälle wie vor 20 Jahren.

Die Gerichte in Deutschland haben im Jahr 2011 in rund 12.700 Fällen den vollständigen oder teilweisen Entzug der elterlichen Sorge angeordnet, weil eine Gefährdung des Kindeswohls anders nicht abzuwenden war. Es waren rund 5.700 mehr Kinder betroffen als vor 20 Jahren und etwa 4.600 mehr als vor 10 Jahren, teilt das Statistische Bundesamt am 18.7.2012 mit.

Sorgerecht geht häufig an die Jugendämter

Das Sorgerecht für etwa 9.600 Mädchen und Jungen übertrugen die Gerichte im Jahr 2011 auf die Jugendämter. Bei jedem 5. Kind wurde den Ämtern nur das Recht zugesprochen, über den Aufenthalt des Kindes zu bestimmen. Bei den übrigen 3.100 Kindern übernahmen andere Erwachsene oder ein Verein das Sorgerecht. Bei der Übertragung des teilweisen Sorgerechts an ein Jugendamt wurde in rund 20 % der Fälle nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen.

Grund für den Sorgerechtsentzug

Das Sorgerecht wird entzogen, wenn die Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes anders nicht abzuwenden ist. Rechtsgrundlage für den Sorgerechtsentzug ist Paragraf 1666 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Welche Rechte werden entzogen?

Zum Sorgerecht gehört das Wohlergehen des Kindes und die Verwaltung seines Vermögens. Das Recht kann ganz oder teilweise entzogen werden. Die Familiengerichte können zudem beiden Eltern oder nur einem Elternteil das Sorgerecht aberkennen. Bei einem teilweisen Entzug der elterlichen Sorge wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen.

Schlagworte zum Thema:  Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Kindeswohl

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