| Langzeitarbeitslose

Kommunen beraten Hartz IV-Empfänger zu wenig

Defizite im Hartz IV-System: Arbeitslosen besser helfen
Bild: MEV-Verlag, Germany

Hartz IV-Empfänger sind häufig von Schulden- und Suchtproblemen betroffen und haben psychosoziale Schwierigkeiten. Nach einer aktuellen DGB-Untersuchung erhält nur ein geringer Teil der betroffenen Langzeitarbeitslosen Unterstützung durch Kommunen. Diese ist aber dringend nötig.

Mindestens zwei Millionen erwerbsfähige Hartz-IV-Empfänger haben Schulden- und Suchtprobleme sowie sogenannte psychosoziale Schwierigkeiten. Von den zuständigen Kommunen würden die Betroffenen damit jedoch in den allermeisten Fällen alleingelassen, schreibt die «Saarbrücker Zeitung» (18.6.2014) unter Berufung auf eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Kommunen beraten nur geringen Teil der Hartz IV-Empfänger
Insgesamt gehe der DGB für das Jahr 2012 von gut 1,1 Millionen erwerbsfähigen Hartz IV-Empfängern mit Schuldenproblemen aus, von denen nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) aber nur 32 500 durch die Kommunen entsprechend beraten wurden.

Von den geschätzt 450 000 Hilfebedürftigen mit Suchtproblemen erhielten laut Statistik lediglich 9000 eine Beratung. Von den 900 000 Betroffenen mit psychosozialen Schwierigkeiten wurden laut DGB-Studie nur für 20.000 Personen kommunale Hilfen gemeldet.

Langzeitarbeitslose benötigen soziale Stabilisierung
«Die Defizite im Hartz-IV-System bestehen vor allem darin, dass das Fordern sehr groß geschrieben wird, aber das Fördern zum Teil viel zu kurz kommt», sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy. Ohne soziale Stabilisierung könnten die Betroffenen nicht nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Schlagworte zum Thema:  Hartz IV, Langzeitarbeitslosigkeit, Kommunen

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