25.01.2012 | SGB-Recht Kommunal

Urteil: Dienstunfall nach Öffnen von Porno-Email anerkannt

Das Öffnen einer Email mit pornografischem Inhalt kann ein Dienstunfall sein.

Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf hervor (23 K 5235/07), auf die die Deutsche Anwaltauskunft hinweist.

In dem konkreten Fall hatte ein Polizist einem anderen Beamten eine Email mit einem Dateianhang sexuellen Inhalts geschickt. Im Dateianhang wurde eine Powerpoint-Präsentation gestartet, die mehrere Bilder einer unbekleideten Frau zeigten - das letzte Bild dann den stark verwundeten Unterleib einer Frau.

Der Polizist musste sich in ärztliche Behandlung begeben und forderte bei seinem Dienstherrn die Anerkennung eines Dienstunfalls. Dies begründete er damit, dass er aufgrund des Anblicks eine psychische Erkrankung erlitten habe. Nachdem sein Dienstherr die Anerkennung abgelehnt hatte, klagte er vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf.

Psychische Erkrankung ist ein Körperschaden

Das Gericht entschied, dass der Anblick der Bilder beim Empfänger eine psychische Erkrankung auslösen kann. Da dadurch ein plötzliches, auf äußerer Einwirkung beruhendes, in zeitlicher und örtlicher Hinsicht bestimmbares Ereignis in Ausübung des Dienstes eingetreten sei, könne ein Dienstunfall vorliegen.

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