| Zurück ins Leben durch Ein-Euro-Job?

Studie belegt: Ein-Euro-Jobs führen nicht zum Ziel

Ein-Euro-Jobs führen nicht in die Gesellschaft zurück
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein-Euro-Jobs sollen Langzeitarbeitslosen eine Rückkehr ins normale Leben erleichtern. Eine Studie zeigt aber, dass Ein-Euro-Jobs ihr Ziel verfehlen. Besser fühlen sich vermittelte Langzeitarbeitslose, die vom Jobcenter eine Unterstützung, den Lohn aber vom Unternehmen erhalten.

Eigentlich sollten sie Langzeitarbeitslose auf ein normales Arbeitsleben vorbereiten - schon das schafften Ein-Euro-Jobs kaum. Noch schwerer lässt sich damit anscheinend der Anspruch erfüllen, Hartz IV-Empfänger aus dem gesellschaftlichen Abseits zu holen.

 

Ein-Euro-Jobber fühlen sich wie Almosenempfänger

Ein-Euro-Jobs stellen nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern für nur wenige Langzeitarbeitslose geeignete Brücken zur Rückkehr in ein normales Leben dar. Ein-Euro-Jobber kämen sich weiterhin als «Almosenempfänger» vor; viele fühlten sich dadurch gesellschaftlich nicht besser integriert, geht aus einer am 10.2.2015 veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Einschätzung verbessere sich, wenn Ein-Euro-Jobs länger als ein halbes Jahr ausgeübt würden und die Betroffenen mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiteten.

 Keine gesellschaftliche Zugehörigkeit durch Ein-Euro-Job

Besonders negativ beurteilten Ein-Euro-Jobber ihre Situation, wenn sie die Stellen lediglich aus Angst vor Sanktionen angenommen hätten, berichtet das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. «Betrachtet man alle Teilnehmer an Ein-Euro-Jobs, lässt sich im Durchschnitt kein verbessertes Gefühl gesellschaftlicher Zugehörigkeit durch die Teilnehmer feststellen», lautet die Bilanz.

Ein-Euro-Jobs in regulären Unternehmen

Besser gesellschaftlich integriert fühlen sich dagegen frühere Langzeitarbeitslose, die eine vom Jobcenter finanziell unterstützte Stelle in einem regulären Unternehmen vermittelt bekamen. Da sie ihr Geld in Form einer Lohnzahlung direkt vom Arbeitgeber erhielten fühlten sie sich - trotz der staatlichen Subvention - als eigenständige Verdiener, stellten die Forscher fest. Auf dieser Grundlage hätten die Empfänger von Beschäftigungszuschüssen die Kontakte zu früheren Bekannten wieder intensiviert, die sie zuvor aus Scham eingestellt hätten. Sie gingen auch wieder öfters aus.

Im Januar gab es 1,074 Millionen Langzeitarbeitslose und 88 149 Ein-Euro-Jobber.

Schlagworte zum Thema:  Ein-Euro-Job, Hartz IV, Langzeitarbeitslosigkeit, Jobcenter, Arbeitslosengeld II

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