20.09.2012 | Studie Förderung der Berufsausbildung

Ausbildungsgarantie für alle

Wohin nach der Schule? Am besten direkt in eine Berufsausbildung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Staat sollte nach einer Empfehlung der Bertelsmann-Stiftung jedem Jugendlichen nach dem Schulabgang eine unmittelbare Berufsausbildung garantieren.

Dies wäre für die Gesellschaft auf Dauer erheblich kostengünstiger als die weitere Finanzierung einer kaum noch überschaubaren Zahl von Übergangsmaßnahmen, rechnet der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm in einer am 20.9.2012 veröffentlichten Bertelsmann-Studie vor.

Warten auf einen Ausbildungsplatz ist teuer

Allein im vergangenem Jahr haben demnach knapp 300.000 Jugendliche nach ihrem Schulabgang an einer Übergangsmaßnahme teilgenommen. Experten bezweifeln seit längerem den Nutzen vieler Maßnahmen und sprechen von «teuren Warteschleifen». Staat und Bundesagentur für Arbeit (BA) wenden dafür jährlich rund 4,3 Mrd. EUR auf. Dennoch bleiben nach Klemms Aussage jedes Jahr 150.000 Jugendliche dauerhaft ohne Berufsabschluss und haben als Ungelernte kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Spätere Zusatzeinnahmen wiegen Mehrkosten auf

Wenn der Staat aber allen Jugendlichen, die nach dem Schulabgang keine betriebliche Lehrstelle gefunden haben, unmittelbar danach eine betriebsnahe Ausbildung bei Trägern oder in Berufsschulen garantiere, fielen dabei zusätzlich Mehrkosten in Höhe von 11.000 Euro pro Person an, heißt es in der Studie. Dem gegenüber stünden aber 22.000 Euro, die der Staat später wieder gewinne - durch höhere Einnahmen bei Lohnsteuern und Sozialbeiträgen sowie durch geringere Aufwendungen für Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. Zugleich stünden der Wirtschaft pro Jahr bis zu 150.000 Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung.

Die Studie ist im Rahmen der Initiative „Übergänge mit System“ entstanden. Informationen über die Initiative unter www.bertelsmann-stiftung.de/uems.

Schlagworte zum Thema:  Ausbildungsförderung, Ausbildungsbeihilfe, Berufsausbildung

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