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Neues Modell: Abgabenlast senken mit betrieblicher Krankenversicherung

Die aktuelle Rechtsprechung ermöglicht eine interessante Entgeltgestaltung für mittelständische und größere Unternehmen.

Bei diesem Modell können sich Arbeitgeber die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) nutzbar machen.

Der BFH hatte mit seinem Urteil v. 14.4.2011 (VI R 24/10) entschieden: Die Beiträge des Arbeitgebers zu einer privaten Gruppen-Krankenversicherung zugunsten der Mitarbeiter gelten als Sachzuwendung.

 

Arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung

Vorausgesetzt wird, dass der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ausschließlich Versicherungsschutz und nicht auch eine Geldzahlung verlangen kann. Bei einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Krankenversicherung schließt der Arbeitgeber für seine Belegschaft eine Zusatzversicherung ab und übernimmt die Beiträge. Dabei handelt es sich um eine Versicherung für fremde Rechnung (§§ 43 ff. VVG).

Die Beiträge gelten als Sachzuwendungen

Der Vorteil: Die Freigrenze für Sachzuwendungen (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG) kann ausgeschöpft werden und die monatlichen Versicherungsbeiträge sind steuerfrei und beitragsfrei zur Sozialversicherung. Sie dürfen jedoch  zusammen mit anderen Sachzuwendungen beim Arbeitnehmer im jeweiligen Kalendermonat den Wert von 44 EUR nicht übersteigen. Liegen die Beiträge darüber, ist ggf. an die Option der Pauschalversteuerung zu denken.

Alternative: Die Pauschalversteuerung

Soll pauschal versteuert werden, müssen die Versicherungsbeiträge als „sonstige Bezüge“ jährlich gezahlt werden. Sie dürfen dabei den Wert von 1.000 EUR je Mitarbeiter nicht übersteigen.  Die Pauschalversteuerung muss beim Betriebsstättenfinanzamt beantragt werden. Sowohl die Beiträge zur Gruppenversicherung selbst als auch die Pauschalsteuer können als Betriebsausgabe gebucht werden.

Kooperationsangebote mit den gesetzlichen Krankenkassen

Diese interessante Alternative zur üblichen „Gehaltserhöhung“ lässt Arbeitgebern gestalterisch viele Möglichkeiten. Je nach Angebot der Versicherungsgesellschaft kann aus den Zusatzkrankenversicherungen von der Krankenhausversorgung bis zur Zahnersatz-Zusatzversicherung ausgewählt werden.

Auch die gesetzlichen Krankenversicherer haben diese Gestaltungsmöglichkeit inzwischen entdeckt. Denn im Rahmen einer Kooperation dürfen gesetzliche Krankenkassen mit privaten Versicherungsgesellschaften zusammenarbeiten. Als Vorreiter bietet die DAK bereits solche Gruppenverträge an. Gemeinsam mit der HanseMerkur im „Gesundheitsverbund“ will die DAK Arbeitgeber für die betriebliche Krankenversicherung als Mittel zur Bindung von Arbeitskräften ans Unternehmen gewinnen. Voraussetzung ist der Abschluss eines Vertrags für mindestens 20 Mitarbeiter.

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