Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat erstmals seit der Wiedervereinigung in einem Juli mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber gezählt. Zwei Monate vor Ende des Berufsberatungsjahres stehen rund 530.000 offen Stellen etwas mehr als 500.000 Bewerbern gegenüber.

Bis Juli kamen auf 100 Stellen rechnerisch 95 Bewerber. «Das Positive ist, dass junge Menschen eine größere Auswahl haben», erklärte BA-Vorstand Raimund Becker, bei der Vorstellung der Juli-Arbeitslosenzahlen.

Sicherung des Fachkräftenachwuchses durch mehr Azubis

Die Zahl der seit ersten Oktober 2017 gemeldeten Lehrstellen stieg den Angaben zufolge bis Ende Juli gemessen am Vorjahr um rund 21.000. Dagegen sank die Bewerberzahl laut BA im Vorjahresvergleich um mehr als 10.000. Grund für die Entwicklung ist laut BA einerseits die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Unternehmen bemühen sich mit mehr Azubis ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Andererseits wird die Zahl der Bewerber von der Zahl der Schulabgänger beeinflusst, die tendenziell rückläufig ist.

Regionales Ungleichgewicht und Berufswünsche

Im Juli hatten laut BA 140.000 junge Leute noch keine Lehrstelle gefunden. Ihnen standen in dem Monat 201.000 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Dass Bewerber und Stelle nicht zusammen finden, liegt unter anderem an regionale Ungleichgewichten. Auch passten Berufswunsch und Lehrstellenangebot nicht immer zusammen.

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