03.02.2012 | SGB-Recht Kommunal

LSG-Urteil: Rhythmische Massagen keine Kassenleistung

Krankenkassen müssen einem Urteil zufolge nicht alle Behandlungen der anthroposophischen Alternativmedizin bezahlen.

Das Hessische Landessozialgericht (LSG) in Darmstadt lehnte mit seinem Urteil (L 8 KR 93/10) die Klage einer 77-Jährigen ab. Sie wollte die Kosten für eine sogenannte rhythmische Massage erstattet haben.

Behandlungsmethode wurde noch nicht bewertet

Der Gemeinsame Bundesausschuss habe "diese Behandlungsmethode weder anerkannt, noch habe er sich mit diesem Heilmittel befasst", teilte das Gericht am 2.2.2012 mit. Alternative Methoden seien nicht automatisch ohne jegliche Prüfung ihres Nutzens und ihrer Wirtschaftlichkeit von den Krankenkassen zu bezahlen.

Es gibt andere Heilmittel für das Krankheitsbild

Es gibt zahlreiche Heilmittel der physikalischen Therapie, die zu den Kassenleistungen zählen, wie z.B. klassische Massagen oder Krankengymnastik. Diese stünden für Krankheitsbilder, die mit der rhythmischen Massage behandelt würden, zur Verfügung.

Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsprüfung erforderlich

Behandlungsmethoden, Arznei- und Heilmittel der „besonderen Therapierichtungen“ (von der Schulmedizin abgrenzt) sind aus dem Leistungskatalog der GKV nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Diese Mittel sind umgekehrt aber auch nicht ohne Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsprüfung durch die Krankenkassen zu bezahlen.

Das Urteil v. 24.11.2011 ist rechtskräftig. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

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