03.04.2012 | SGB-Recht Kommunal

LSG-Urteil: Keine Opferentschädigung für Schläger

Wer eine Schlägerei beginnt, hat für die Verletzungen keinen Anspruch auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz.

Das entschied das Landessozialgericht in Essen am 17.2.2012 in einem jetzt veröffentlichten Urteil (L 13 VG 68/11). Nach Angaben des Gerichts begann der Kläger selbst eine Schlägerei mit einem amerikanischen Soldaten vor einer Diskothek in Duisburg. Zuvor war es in der Disco in jener Nacht im Januar 2010 zu Rangeleien zwischen den beiden gekommen.

Gericht: Wer angreift muss mit Folgen rechnen

Der Kläger habe sich selbst leichtfertig in Gefahr gebracht und grob fahrlässig gehandelt, argumentierte das Gericht. Er habe mit schweren Verletzungen rechnen müssen.

Äußerst brutale Gewaltattacke

Der "äußerst aggressive" Soldat soll den Kläger innerhalb kurzer Zeit bewusstlos geschlagen und dann mehrfach mit dem Fuß gegen seinen Kopf getreten haben. Gebaut wie der Boxer Mike Tyson und dazu geübter Kampfsportler habe der Soldat mit dem Ziel zu töten zugeschlagen, sagte ein Gerichtssprecher. Der Kläger erlitt einen Schädelbruch und überlebte die Schlägerei nur knapp. Der Soldat floh nach der Tat in die Vereinigten Staaten. Ein weiterer Beteiligter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

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