| Studie zur Kinderbetreuung

Lob für Kita-Ausbau, Kindergeld und Elterngeld

Kindergeld und Elterngeld wurden positiv erwähnt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Ausbau der Kinderbetreuung wurde von Forschern als wichtiges Instrument zur Familienförderung gelobt. Auch Kindergeld und Elterngeld sind sinnvoll. Weniger wirkungsvoll sind hingegen das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der Krankenkasse.

Eine staatlich geförderte Kinderbetreuung hat nach Einschätzung von Forschern zentrale Bedeutung für eine erfolgreiche Familienpolitik. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesamtauswertung mehrerer wissenschaftlicher Studien.

Öffentliche Kinderbetreuung sorgt für höhere Geburtenzahlen

Darin heißt es unter anderem, ohne öffentliche Kinderbetreuung wären die Geburtenzahlen in Deutschland rund zehn Prozent niedriger.
Der Kita-Ausbau habe große Auswirkungen auf die Beschäftigungsquote von jungen Müttern und senke damit auch das Armutsrisiko der Familien, hieß es. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei der «Dreh- und Angelpunkt», um die Einkommenssituation junger Eltern zu stärken.

Ausgebautes Betreuungsangebot, Kindergeld und Elterngeld positiv
Im Auftrag des Ministeriums hatten rund 70 Wissenschaftler jahrelang die Wirksamkeit sämtlicher staatlicher Familienleistungen untersucht. Neben dem Ausbau der Betreuungsangebote hebt der Abschlussbericht vor allem Kindergeld und Elterngeld positiv hervor. Beide Leistungen senkten das Armutsrisiko.
Schlechte Noten gibt es hingegen für das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der Krankenkasse. Beides wirke sich negativ auf die Erwerbstätigkeit der Mütter aus, habe aber kaum positive Auswirkungen auf die Geburtenzahlen.

Ratschläge aus der Studie sollen umgesetzt werden
Mehrere Verbände wie der Kinderschutzbund und die Arbeiterwohlfahrt forderten eine Kindergrundsicherung in Höhe von 536 Euro. Der Caritasverband machte sich dafür stark, das Elterngeld mit dem Betreuungsgeld zusammenzuführen, um Familien unabhängig von deren Einkommen in den ersten Lebensjahren finanziell zu unterstützen.
Der Arbeitgeberverband BDA warnte hingegen vor zusätzlichen Ausgaben und Maßnahmen. Notwendig sei stattdessen der Ausbau hochwertiger Betreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen. Entsprechende Ratschläge der Forscher müssten deshalb aufgegriffen werden, forderte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Schwesig versicherte zumindest, es werde nicht alles so bleiben, wie es derzeit ist: «Wir nehmen die Studie zur Kenntnis und setzen sie um.»

Schlagworte zum Thema:  Kinderbetreuung, Kindergeld, Elterngeld, Ehegattensplitting, Kinderfreibetrag

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