| Großelterndienste

Leih-Omas und Opas sind immer stärker gefragt

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ob Hilfe bei den Hausaufgaben oder der Besuch im Zoo - ohne "Leih-Oma" läuft in vielen Familien in Deutschland nichts mehr.

Bundesweit existieren inzwischen mindestens 220 sogenannte Großelterndienste, wie Sigrun Fuchs von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen auf dem ersten Bundestreffen der Dienste in Erfurt sagte. "Nicht alle Kinder haben heutzutage noch die Möglichkeit für einen regelmäßigen Kontakt zu ihren Großeltern."

"Leih-Omas" und "Leih-Opas" kümmern sich ehrenamtlich um Kinder, die kaum oder keinen Kontakt zu ihren Großeltern haben.

Senioren sind fit für neue Aufgaben

Verantwortlich für den Boom seien veränderte Familienstrukturen und die Anforderungen, die der Arbeitsmarkt an die Familien stelle, sagte Fuchs. "Die Leute ziehen dem Job hinterher, aber sie ziehen nicht mit der Oma um." Auf die Lebenserfahrungen der Senioren-Generation möchten junge Familien ihrer Meinung nach indes nicht verzichten. Umgekehrt seien Senioren heutzutage fit und neugierig auf neue Aufgaben, wenn sie ins Rentenalter kämen, sagte Thüringens Generationenbeauftragter Michael Panse. "Oft wollen sie auch etwas gegen Einsamkeit im Alter tun."

Potenzielle "Leih-Omas" und "Leih-Opas" benötigten nicht nur einen festen Ansprechpartner, etwa bei Sozialverbänden oder Kommunen, sondern auch Weiterbildung. Auch in versicherungsrechtlichen Fragen, bei einer Vereinsgründung oder in diffizilen pädagogischen Situationen benötigten Großelterndienste Unterstützung, ergänzte Fuchs. Ziel der Dienste ist deshalb die bundesweite Vernetzung.

Schlagworte zum Thema:  Familie

Aktuell

Meistgelesen