06.02.2015 | Ärzte an kommunalen Krankenhäusern

Krankenhausärzte erhalten nach Tarifeinigung mehr Geld

Das Ringen um mehr Geld hat sich für die Ärzte gelohnt
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach der Tarifeinigung bekommen die Ärzte an den 550 kommunalen Krankenhäusern jetzt mehr Geld. Selbst Bereitschaftsdienste werden besser bezahlt. Ein Wehmutstropfen bleibt jedoch: Die Arbeitgeber wollten ein Limit für Wochenenddienste nicht mittragen.

Die 52 500 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern erhalten mehr Geld. Darauf einigten sich am 5.2.2015 die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in der dritten Tarifrunde. Beide Seiten vereinbarten auch eine Erhöhung der Entgelte für Bereitschaftsdienste um durchschnittlich 7,1 %.

Tarifvertrag für Krankenhausärzte

Der Tarifvertrag gilt rückwirkend zum 1.12.2014 bundesweit in rund 550 kommunalen Kliniken mit Ausnahme von Berlin und Hamburg. Vereinbart wurde eine Erhöhung in zwei Stufen um 2,2 % und um weitere 1,9 % bei einer Laufzeit von 21 Monaten. Zudem haben die Krankenhausärzte nun einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen pro Jahr; bislang galt dies erst ab dem siebten Jahr ärztlicher Tätigkeit. Die Mediziner an kommunalen Kliniken sind die größte Gruppe unter den Krankenhausärzten in Deutschland.

Tarifabschluss führt zu Mehrkosten in Millionenhöhe

Die VKA erklärte «Der Tarifabschluss führt für die Krankenhäuser zu Mehrkosten von 316 Millionen Euro». Hauptstreitpunkt in den Verhandlungen sei der Bereitschaftsdienst gewesen. Hier werden bei der Bezahlung künftig auch Berufserfahrung und Qualifikation der Mediziner berücksichtigt.

Ärztegewerkschaft wertet Tarifabschluss als Kompromiss

Die Ärztegewerkschaft wertete die Einigung als «tragfähigen Kompromiss». Es sei gelungen, die VKA von der Notwendigkeit einer besseren Bezahlung der Dienste in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen zu überzeugen. Die Hälfte der Ärzte leiste mehr als vier Bereitschaftsdienste pro Monat.

Begrenzung auf zwei Wochenenddienste im Monat

Die Vereinbarungen entsprächen unterm Strich einer Erhöhung von insgesamt knapp 5 %, erklärte der Marburger Bund. Die Ärztegewerkschaft hatte 5,4 % mehr Geld gefordert und außerdem eine Begrenzung auf zwei Wochenenddienste im Monat. Damit konnte sie sich aber nicht durchsetzen. Mit der Ablehnung einer Begrenzung habe die VKA eine Chance zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie verpasst, meinte Rolf Lübke, Verhandlungsführer des Marburger Bundes.

Schlagworte zum Thema:  Arzt, Tarifvertrag , Krankenhaus

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