| Förderung von Kindern

Kostenloser Urlaub für Kinder aus armen Familien abgelehnt

Keine zusätzlichen Finanzhilfen für Urlaubsreisen von Kindern aus armen Familien.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Linke und Sozialverbände fordern Finanzhilfen für Urlaubsreisen von Kindern aus armen Familien. Die Regierung hat den Vorschlag abgewiesen und auf bereits bestehende Hilfsprogramme von Kommunen und freien Trägern sowie auf ihre Bundeszuschüsse verwiesen.

Die Bundesregierung plant aktuell keine zusätzlichen Hilfen, um allen Kindern aus armen Familien eine Urlaubsreise zu garantieren. Sprecher des Familien- und des Arbeitsministeriums verwiesen am 11.8.2014 in Berlin auf bereits bestehende Angebote der verschiedenen Sozialverbände, Kirchen und den rund 100 Familienferienstätten in Deutschland. Zum Teil würden diese Einrichtungen auch mit erheblichen Mitteln des Bundes unterstützt.

Forderung nach Finanzhilfen für Urlaubsreisen von Kindern aus armen Familien
Anlass der Äußerungen sind Forderungen der Linken-Parteichefin Katja Kipping und des Hauptgeschäftsführers des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, in der «Welt» (Montag) nach Finanzhilfen für Urlaubsreisen von Kindern aus armen Familien. Es müsse garantiert sein, dass vor Ort über die Jugendverbände Freizeitfahrten und Ferienreisen angeboten würden und kein Kind ausgeschlossen bleibe, nur weil es kein Geld habe, sagte Schneider. Kipping forderte Urlaubsgutscheine und kostenlose Reisen für die Kinder.

Bereits bestehende Finanzhilfen für Kinder von Langzeitarbeitslosen
Das Bundesarbeitsministerium verwies darauf, dass im Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder von Langzeitarbeitslosen und bedürftigen Eltern bereits ein monatlicher Zehn-Euro-Zuschuss für Vereinsmitgliedschaften enthalten sei. Zudem sei im Hartz-IV-Regelsatz oder der Grundsicherung bereits ein Anteil für Reisen berücksichtigt. Die Eltern seien aber nicht verpflichtet, dieses Geld auch für den Urlaub ihrer Kinder einzusetzen. Für ein- oder mehrtägige Klassenfahrten gebe es Zuschüsse auf Antrag.
Im Bundesfamilienministerium wurde auf die Vielzahl von Urlaubsangeboten für Kinder von freien Trägern, Kommunen und Ländern hingewiesen. Die Familienferienstätten, die vor allem kinderreichen Eltern Angebote machten, würden auch vom Bund unterstützt. Eine nützliche Übersicht stelle der Katalog der Bundesarbeitsgemeinschaft ‎Familienerholung dar (s. unter diesem Link). Er enthalte auch eine Liste der Familienferienstätten. Kirchen und soziale Träger würden zudem auch helfen, Zuschüsse der Kommunen zu bekommen.

Förderung der Kinder muss vor Ort passieren
Zu der Forderung der Linken nach Urlaubsgutscheinen für Kinder sagte Schneider, einen «neuen Gutscheinmurks», wie es ihn beim Bildungs- und Teilhabepaket im Jahr 2011 gegeben habe, müsse verhindert werden. «Es muss vor Ort geregelt werden, wie die Förderung passiert. Jugendverbände haben hier eine Schlüsselrolle einzunehmen.»
Kipping hatte für bedürftige Erwachsene Urlaubsgutscheine in Höhe von 500 Euro und für Kinder kostenlosen Urlaub in Ferienlagern angeregt. Ihrer Meinung nach sollten Kinder zwei Wochen lang kostenfrei Urlaub in einem Ferienlager oder bei Ferienfreizeiten machen können.

Schlagworte zum Thema:  Langzeitarbeitslosigkeit, Bedürftigkeit, Kind, Urlaub , Förderung, Kommune

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