| Kinder- und Jugendhilfe

Inobhutnahmen durch Jugendämter nehmen zu

Oft müssen Kinder zu ihrem Schutz von den Eltern getrennt werden
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Immer häufiger muss das Jugendamt eingreifen, um Kinder vor ihren Eltern zu schützen.

Die Zahl der Inobhutnahmen steigt seit Jahren - 2011 erneut um 6 % auf 38.500 Fälle, wie das Statistische Bundesamt am 5.7.2012 in Wiesbaden berichtete. Das sind 36 % mehr als im Jahr 2007.

Die Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme, um Kinder zu schützen, "die sich in einer akuten, sie gefährdenden Situation befinden". Die Jugendämter nehmen Minderjährige auf deren eigenen Wunsch oder auf Grund von Hinweisen Anderer – beispielsweise der Polizei oder von Erzieherinnen und Erziehern – in Obhut und bringen sie in einer geeigneten Einrichtung unter, zum Beispiel in einem Heim.

Vielfach ist eine spätere Rückkehr möglich

Die meisten (28.100 oder 73 %) der in Obhut genommenen jungen Menschen lebten vor der Inobhutnahme bei ihren Eltern oder einem Elternteil. In vielen Fällen schließt sich an die Inobhutnahme eine Hilfe zur Erziehung an. Für 10.400 (27 %) der jungen Menschen wurde eine Erziehung außerhalb des eigenen Elternhauses eingeleitet, zum Beispiel in einer Pflegefamilie oder in einem Heim. In 4.700 (12 %) Fällen bekamen sie eine sonstige stationäre Hilfe, beispielsweise in einem Krankenhaus oder der Psychiatrie. 15.800 junge Menschen (41 %) kehrten nach der Inobhutnahme zu den Sorgeberechtigten zurück.

Viele Jugendliche wandern alleine nach Deutschland ein

Ein wachsendes Problem sind junge Menschen, die ohne Erwachsene aus dem Ausland einreisen. 2011 wurde rund 3.500 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, weil sie ohne Begleitung über die Grenze nach Deutschland kamen. Das seien fast dreimal so viele wie 2007(890 junge Menschen), berichteten die Statistiker. Das entspricht einem Anstieg von 292 %.

Schlagworte zum Thema:  Inobhutnahme

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