| Flüchtlingskinder in Obhut

Jugendamt betreut Flüchtlingskinder

Das Jugendamt versorgt die Flüchtlingskinder ohne Eltern
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab und unter den Flüchtlingen befinden sich viele Kinder - ohne ihre Eltern. Für diese Flüchtlingskinder sorgen die Jugendämter. Zehntausende werden durch sie betreut und untergebracht. Doch die Jugendämter "stoßen zunehmend an Grenzen".

Zehntausende Kinder und Jugendliche aus Krisengebieten werden von den deutschen Jugendämtern betreut. Im vergangenen Jahr seien 11 600 Kinder und Jugendliche ohne ihre Eltern ins Land gekommen, 77 Prozent mehr als im Jahr zuvor und sechsmal mehr als 2009, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 16.9.2015 mit.

Jugendamt nimmt Flüchtlingskinder in Obhut

Reisen Kinder oder Jugendliche allein ein, wird das Jugendamt aktiv. Die jungen Flüchtlinge werden in Heimen oder Wohngruppen untergebracht - "in Obhut genommen", wie es in der Behördensprache heißt. In den Jahren 2010 bis 2014 seien 29 297 unbegleitete Kinder und Jugendliche in die Obhut der Jugendämter genommen worden, erläuterte das Bundesamt.

Jugendamt stößt mit Betreuung der Flüchtlingskinder an Grenzen

In diesem Jahr erwarten die Behörden einen Rekord. "Wir stoßen zunehmend an Grenzen", sagte Manuela Skotnik vom Frankfurter Sozialdezernat. In Frankfurt kommen besonders viele Flüchtlinge mit Zügen aus dem Süden an. In den ersten acht Monaten dieses Jahres habe das städtische Jugendamt 1003 minderjährige Flüchtlinge aufgenommen, davon allein im August knapp 400. Im gesamten vergangenen Jahr seien es 502 Kinder und Jugendliche gewesen.

Flüchtlingskinder: Situation in Frankfurt

Die Flüchtlingskinder werden an 25 Standorten in Frankfurt untergebracht - in Heimen, inzwischen auch vorübergehend in Hotels. Für die Betreuung wurden zusätzlich zu den städtischen Erziehern und Sozialarbeitern Ruheständler geholt, die einspringen und Schichten übernehmen. Nicht immer sei sofort genügend Fachpersonal verfügbar, sagte Skotnik, zumal an Planung in diesen Wochen nicht zu denken sei: "Oft ist morgens nicht klar, wie die Lage abends ist."

Rund 90 Prozent der unbegleiteten jungen Flüchtlinge seien männlich, teilte das Bundesamt mit. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hätten 38 Prozent der im vergangenen Jahr eingereisten Minderjährigen einen Asylantrag gestellt.

Schlagworte zum Thema:  Jugendamt, Kind, Jugendliche

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