Wahlkampf 2017: Welche Verbesserungen die Parteien im Sozialwesen versprechen. Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Trutschel/photothek.net

Alle Parteien versprechen im Bundestagswahlkampf Verbesserungen – auch für Arbeitslose und Rentner. Teilweise unterscheiden sie sich dabei enorm. Was die Parteien zu den Themen Arbeitslosigkeit, Hartz IV und Rente versprechen, erfahren Sie hier im Überblick.

Von Vollbeschäftigung bis Abschaffung von Hartz IV: Die Versprechen der Parteien für den Arbeitsmarkt und die Renten sind groß - und teilweise sehr konkret.

Bundestagswahl 2017: Arbeitslosigkeit

Die Union will bis spätestens 2025 Vollbeschäftigung in Deutschland erreichen. Dafür soll die Arbeitslosigkeit von aktuell bundesweit 5,5 Prozent halbiert werden. Arbeitsplätze sollen gesichert und neue geschaffen werden – sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor. Langzeitarbeitslosigkeit soll unter anderem durch zahlreichere gesellschaftlich wertvolle Beschäftigungsmöglichkeiten bekämpft werden.

SPD, Grüne, Linke und die AfD haben andere, konkrete Vorschläge zu Arbeitslosengeld I (ALG I) und Hartz IV. So will die SPD ein Recht auf Weiterbildung. Arbeitslose, die binnen drei Monaten nichts Neues haben, sollen während der Weiterbildung ein neues Arbeitslosengeld Q in Höhe des normalen Arbeitslosengeldes bekommen. Insgesamt wird damit laut SPD-Konzept die Bezugsdauer für ALG I verlängert. Auch sollen weniger Arbeitslose rasch in Hartz IV abrutschen.

Die Linke will, dass das ALG I länger gezahlt wird. Nach Vorstellung der AfD soll die Bezugsdauer von ALG I abhängig von der Dauer der vorhergehenden Erwerbstätigkeit werden. Die FDP sieht beim ALG I keinen Änderungsbedarf.

Bundestagswahl 2017: Hartz IV

Die SPD möchte, dass das Schonvermögen bei Hartz IV verdoppelt wird. Durch Sanktionen soll niemand mehr wohnungslos werden können.

Die Grünen wollen, dass die Regelsätze von Hartz IV für ein menschenwürdiges Leben reichen. Eine gesonderte Pauschale für Stromkosten soll dazukommen. Ziel ist ein Ende von Sanktionen, wie beispielsweise wegen nicht angenommener Jobangebote.

Die Linke will Hartz IV abschaffen und stattdessen eine Mindestsicherung von 1.050 Euro einführen. Sanktionen soll es nicht mehr geben.

Die FDP beabsichtigt Leistungen wie Hartz IV, Grundsicherung im Alter, Sozialhilfe zum Lebensunterhalt, Kinderzuschlag und Wohngeld in einem Bürgergeld zusammenfassen.

Bundestagswahl 2017: Rente

CDU/CSU halten die Rente für so sicher, dass sie nach der Bundestagswahl vorerst keine größeren Reformen für notwendig betrachten. Für die Zeit ab 2030 will die Union eine Rentenkommission einsetzen, die möglichst mit den Sozialpartnern schnelle Ergebnisse erbringen soll. Die drei Säulen der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge will die Union erhalten.

Die SPD hält, anders als die Union, eine große Rentenreform für nötig - mit einem Stopp des Absinkens des Rentenniveaus, einer neuen Solidarrente für Geringverdiener und einer Haltelinie bei den Beitragssätzen.

Die Grünen wollen die gesetzliche Rente auch unter Einbeziehung von Selbstständigen stärken.

Die Linke möchte eine Mindestrente von 1.050 Euro garantieren. Das Rentenniveau soll auf 53 Prozent steigen. Auch Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Manager sollen in die Rentenkasse einzahlen. Die Riesterrente soll in die gesetzliche Rente überführt werden.

Die FDP will ein politisch festgelegtes Renteneintrittsalter abschaffen und die Menschen ab 60 selbst entscheiden lassen, wann sie in Rente gehen - früher mit geringen, später mit höheren Bezügen. Neben der gesetzlichen Rente will die FDP betriebliche und private Vorsorge attraktiver machen.

Die AfD will arbeitswilligen Rentner gestatten zu arbeiten - ohne Kürzung der Rentenbezüge. Bei einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren plädiert die AfD für einen abschlagfreien Rentenanspruch.

Schlagworte zum Thema:  Wahlkampf, Bundestagswahl, Partei

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