24.08.2010 | SGB-Recht Kommunal

Ausländisches Attest beweist nicht immer die Arbeitsunfähigkeit

"30 Tage Bettruhe - und der Arbeitnehmer ist wieder fit". Mit dieser Art Attest aus dem Ausland wollte sich ein Arbeitgeber nicht zufrieden geben und lehnte die Entgeltfortzahlung ab. Mit Recht. Lesen Sie, welche Anforderungen an ein ausländisches Attest zu stellen sind.

Ein im Ausland ausgestelltes ärztliches Attest muss den Anforderungen an inländische Bescheinigungen entsprechen. Es habe vor allem nachvollziehbar darzulegen, dass eine zur Arbeitsunfähigkeit führende Erkrankung vorliege.

Das Gericht wies mit seinem grundlegenden Urteil die Klage eines Arbeitnehmers auf Lohnnachzahlung von rund 2.000 EUR ab. Die Firma hatte sich geweigert, dem klagenden Arbeitnehmer diese Summe zu überweisen, weil er den Wahrheitsgehalt einer in der Türkei ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung anzweifelte. Dort hatte ein Arzt dem Arbeitnehmer unter anderem 30 Tage Bettruhe verordnet und zugleich bescheinigt, danach sei der Kläger wieder arbeitsfähig.

Attest muss schlüssig sein

Das LAG teilte die Zweifel des Arbeitgebers. Zwar komme einem ärztlichen Attest ein "hoher Beweiswert" zu. Das gelte jedoch nicht, wenn es unschlüssig sei. Hier sei nicht erkennbar, wieso nach 30 Tagen Bettruhe der Arbeitnehmer wieder als arbeitsfähig angesehen werde, ohne dass eine erneute Kontrolluntersuchung erfolgt sei (LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 24.6.2010, 11 Sa 178/10).

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