| Ohne Approbation als Ärztin tätig

Krankenschwester arbeitete als Ärztin

Die Krankenschwester gab vor, Ärztin zu sein
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine Krankenschwester hat monatelang u. a. auch für das Herzzentrum Bodensee als Ärztin gearbeitet und stand dafür am 21.7.2015 vor Gericht. Der Krankenschwester wird aber kein Behandlungsfehler vorgeworfen, sondern Urkundenfälschung.

Sie soll Urkunden gefälscht und ohne Approbation als Ärztin gearbeitet haben:  Das Amtsgericht Konstanz verurteilte die ausgebildete Krankenschwester am 21.7.2015 unter anderem wegen Betrugs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.  Es ging bei der Verhandlung nicht um Behandlungsfehler. Der Frau wurde Urkundenfälschung und Anstellungsbetrug vorgeworfen. Die Frau sei eigentlich ausgebildete Krankenschwester, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz.

Krankenschwester begleitete Verlegungstransporte

Mit Hilfe von gefälschten Dokumenten soll sie als freiberufliche Ärztin gearbeitet haben - auch für das Herzzentrum Bodensee, das 2013 selbst monatelang in der Kritik stand. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Untersuchungen wegen geringer Schuld eingestellt, ermittelt aber noch wegen angeblich veruntreuten Arbeitsentgelts. Der Klinik wurde unter anderem vorgeworfen, Patienten nicht zertifizierte Herzklappen eingesetzt zu haben.

Die mutmaßlich falsche Ärztin habe für den Konstanzer Rettungsdienst des Herzzentrums als freiberufliche Ärztin Verlegungstransporte begleitet, teilte das Klinikum bereits 2013 mit. Die Frau sei ab November 2012 eingesetzt worden, im Juni 2013 seien jedoch erste Vorwürfe aufgekommen. Danach sei die «Ärztin» zunächst freigestellt und später das Beschäftigungsverhältnis beendet worden.

Richterin bescheinigt Krankenschwester Fachwissen

Der Geschäftsführer der Klinik sagte als Zeuge in dem Prozess gegen die 53-Jährige aus. Es habe in der Zeit, in der sie für den Rettungsdienst arbeitete, keine Probleme gegeben. Auch ihren Kollegen sei nichts aufgefallen, sagte er. «Wenn man lange genug im Pflegebereich arbeitet, hat man in einem schmalen Fachbereich hohe Erfahrungen.»

Auch die Richterin bescheinigte der 53-Jährigen Fachwissen. Obwohl sie das Ansehen der Medizin beschädigt habe, habe das Gericht entschieden, ihr eine Chance zu geben. «Wir hegen die Hoffnung, dass Sie sich dieses Verfahren zur Warnung nehmen, damit so etwas nicht nochmal passiert. Wir werden Ihnen zukünftig auf die Finger schauen.»

Die Staatsanwältin hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten für die 53-Jährige gefordert. Die Angeklagte, die schon 2011 und 2013 unter anderem wegen Missbrauchs von Titel verurteilt worden sei, neige dazu, sich nach außen «als mehr darzustellen, als sie eigentlich ist». Dieses Denken sei noch nicht beendet - es sei daher mit weiteren Straftaten zu rechnen.

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